„Die Einwilligung in den Vertrag?“ „Ja.“ „Wozu? Ich unterzeichne den Vertrag morgen.“ „Ich glaube Euere Majeſtät Etwas verſichern zu dürfen: unterzeichnet Euere Majeſtät die Beiſtimmung heute nicht, ſo wird ſie ſpäter nicht mehr Zeit finden, ſie zu unterzeichnen. Wollt alſo unten an dieſes, wie Ihr ſeht, ganz von der Hand von Mazarin geſchriebene Programm ddie Worte ſetzen: *„Ich willige in die Ratification des von den Pariſern vorgeſchlagenen Vertrags.““ Auna war gefangen; ſie konnte nicht zurückweichen und unterzeichnete. Aber kaum hatte ſie unterzeichnet, als def Glat wie ein Sturm in ihr losbrach und ſie zu weinen anfing. D'Artagnan ſchauerte, als er dieſe Thränen ſah. Von jener Zeit an weinten die Königinnen wie einfache Frauen. Der Gascogner ſchüttelte den Kopf. Dieſe königlichen Thränen ſchienen ihn auf dem Herzen zu brennen. „Madame“ ſagte er niederknieend,„ſchaut den un⸗ glücklichen Edelmann an, der zu Euern Füßen liegt; er bittet Euch, zu glauben, daß ihm auf eine Geberde von Euch Alles möglich wäre. Er hat Zutrauen zu ſich ſelbſt, er hat Zutrauen zu ſeinen Freunden, und der Beweis, daß er Nichts fürchtet, daß er auf Nichts ſpeculirt, ſoll darin liegen, daß er Euerer Majeſtät Herrn von Mazarin ohne Bedingungen zurückbringt. Nehmt, Madame, hier ſind die heiligen Unterſchriften Euerer Majeſtät; glaubt Ihr mir ſie zu⸗ Aückgeben zu müſſen, ſo werdet Ihr es thun. Von dieſem Au⸗ genblick an aber machen ſie Euch zu Nichts mehr verbindlich.“ Und immer noch auf den Knieen gab d'Artagnan mit einem von Stolz und maͤnnlicher Unerſchrockenheit flam⸗ menden Blicke Anna von Oeſterreich in Maſſe die Papiere zurück, die er ihr eines nach dem andern mit ſo viel Mühe entriſſen hatte. z
Teil eines Werkes
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 11.-14. Bändchen (1845) Vingt ans après
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