Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 11.-14. Bändchen (1845) Vingt ans après
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Es gibt Augenblicke, denn wenn nicht Alles gut in der Welt iſt, ſo iſt doch auch nicht Alles ſchlecht, es gibt Augenlicke, wo in den trockenſten und kälteſten Herzen, befeuchtet von den Thränen einer außerordentlichen Bewegung, ein edles Gefühl keimt, das durch die Be⸗ rechnung oder den Stolz erſtickt wird, wenn ſich nicht ein anderes Herz bei der Geburt ſeiner bemächtigt. Anna von Oeſterreich hatte einen von dieſen Augenblicken. Seiner eigenen Gemuͤthsbewegung gehorchend, welche mit der der Königin im Einklang ſtand, hatte d'Artagnan das Werk einer tiefen Diplomatie vollbracht; er wurde deshalb auch unmittelbar belohnt für ſeine Gewandtheit oder für ſeine Uneigennützigkeit, je nachdem man ſeinem Geiſte oder ſeinem Herzen die Ehre ſeiner Handlungsweiſe zuer⸗ kennen will.

Ihr hattet Recht, mein Herr, ſprach Anna,ich verkannte Euch. Hier ſind die unterzeichneten Urkun⸗ den, die ich Euch aus freiem Antrieb zurückgebe; geht und bringt uns ſo ſchnell als möglich den Cardinal zurück.

Madame, ſprach d'Artagnan,vor zwanzig Jahren, mein gutes Gedächtniß erinnert mich daran, habe ich die Ehre gehabt, hinter einem Vorhange des Stadthauſes eine von dieſen ſchönen Händen zu küſſen.

Hier iſt die andere, ſagte die Königin, und damit die linke nicht minder freigebig ſei, als die rechte, ſie zog von ihrem Finger einen dem erſten ungefähr ähn⸗ lichen Diamantnehmt und behaltet dieſen Ring zum Andenken an mich.

Madame, ſprach d'Artagnan ſich erhebend,ich habe nur noch einen Wunſch, es möge das Erſte, was Ihr von mir verlangt, mein Leben ſein.

Und mit der Haltung, die nur ihm eigenthümlich war, entfernte ſich d'Artagnan.

Ich habe dieſe Leute mißkannt, ſagte Anna von Oeſterreich, d'Artagnan nachſchauend,und nun iſt es