3⁰⁵ ſo feſt überzeugt, daß ſie mich im Gegentheil gebeten hat, falls ich einen ſolchen Willen bei Eurer Majeſtät wahr⸗ nehmen würde, Alles zu thun, was ich vermöchte, um dieſelbe von ihrem Vorhaben abzubringen.“
„Wohl, ſo werde ich mich begnügen, Euch verhaften zu laſſen.“
„Ebenſo wenig, Madame, denn für den Fall mei⸗ ner Verhaftung iſt vorhergeſehen, wie für die Befreiung des Cardinals. Wenn ich morgen zu einer beſtimmten Stunde nicht zurückgekehrt bin, ſo wird der Herr Cardinal übermorgen früh nach Paris geführt.“
„Man ſieht wohl, mein Herr, daß Ihr in Folge Euerer Lage fern von den Menſchen und Dingen lebt, ſonſt würdet Ihr wiſſen, daß der Herr Cardinal fünf⸗ oder ſechsmal in Paris geweſen iſt, ſeitdem wir die Hauptſtadt verlaſſen haben, daß er Herrn von Beanfort, Herrn von Bouillon, den Herrn Coadjutor, Herrn von Elboeuf geſehen hat, und daß es Keinem in den Sinn kam, ihn verhaften zu laſſen.“
„Verzeiht, Madame, ich weiß Alles dieß; unſere Freunde werden den Herrn Cardinal auch weder zu Herrn von Beaufort, noch zu Herrn von Bouillon, noch zu dem Herrn Coadjutor, noch zu Herrn von Elboeuf bringen, in Betracht, daß dieſe Herren den Krieg für eigene Rechnung führen und der Herr Cardinal, wenn er ihnen bewilligte, was ſie verlangen, leichten Kauf hätte, ſondern zum Par⸗ lament, das man allerdings im Einzelnen erkaufen kann, welches aber in Maſſe zu erkaufen, ſelbſt Herr von Ma⸗ zarin nicht reich genug iſt.“
„Ich glaube,“ ſagte Anna von Oeſterreich, auf d'Ar⸗ tagnan einen Blick heftend, der, geringſchätzend bei einer Frau, bei einer Königin furchtbar wurde,„ich glaube, Ihr bedroht die Mutter Eures Königs!“
„Madame, ich drohe, weil man mich dazu nöthigt. Ich mache mich groß, weil ich mich auf die Höhe der
Zwanzig Jahre nachher. IV. 20


