Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 11.-14. Bändchen (1845) Vingt ans après
Entstehung
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Zuweilen blieb ſein Geiſt bei den braven franzö⸗

ſiſchen Edelleuten ſtille ſtehen, welche ihm bereits hun⸗

dert Meilen entfernt, fabelhaft, chimäriſch und jenen Bildern ähnlich erſchienen, die man im Traume er⸗ blickt, während ſte beim Erwachen wieder verſchwinden.

Karl fragte ſich wirklich wiederholt, ob Alles das, was ihm begegnet, nicht ein Traum oder Folge eines Fieberwahnes wäre.

Bei dieſem Gedanken ſtand er auf, machte einige Schritte, als wollte er ſich von ſeiner Schlafſucht be⸗ freien, und ging an das Fenſter. Bald aber ſah er unterhalb des Kreuzſtockes die Musketen der Soldaten glänzen. Dann war er genöthigt, ſich zu geſtehen, daß r gut bewacht werde, und daß ſein blutiger Traum der Wirklichkeit angehöre.

Karl kehrte ſtillſchweigend zu ſeinem Lehnſtuhle zurück, ſtützte ſich abermals mit dem Ellenbogen auf den Tiſch, ließ ſeinen Kopf auf die Hand fallen und verſank in Gedanken.

Ach, ſagte er zu ſich ſelbſt,wenn ich nur zum Beichtvater eines der Lichter der Kirche hätte, deren Seele alle Geheimniſſe des Lebens erforſcht, alle Ge⸗ ringfügigkeiten der Größe durchdrungen hat. Vielleicht würde ſeine Stimme die Stimme erſticken, welche in meinem Gemüthe jammert. Aber ich werde einen Prie⸗ ſter von gewöhnlichem Geiſte ſehen, deſſen Laufbahn und Wohlfahrt ich durch mein Unglück gebrochen habe. Er wird mir von Gott und von dem Tode ſprechen, wie er mit andern Sterbenden geſprochen hat, ohne zu begreifen, daß der königliche Sterbende dem Uſurpator einen Thron hinterläßt, während ſeine Kinder kein

Brod haben.

Dann das Porträt ſeinen Lippen nähernd, mur⸗

melte er abwechſelnd und einen nach dem andern die

:

Namen ſeiner Kinder.

Es war eine nebelige, kalte Nacht. Die Glocke

ſchlug langſam in dem Thurme der benachbarten Kirche