jede Tribüne wäre im Begriff, zu donnern. Die Tri⸗ bünen ſahen die Musketen auf ſich gerichtet und blie⸗ ben, zwiſchen Furcht und Neugierde getheilt, lärmend und ſtürmiſch.
Endlich ſtellte ſich die Ruhe wieder her.
„Was habt Ihr zu Eurer Vertheidigung zu ſagen?“ fragte Bradſhaw den König.
Das Haupt beſtändig bedeckt, erhob ſich der König, nicht aus Demuth, ſondern im Bewußtſein ſeiner Herr⸗ ſcherwürde, und ſprach mit dem Tone eines Richters, nicht mit dem eines Angeklagten:
„Ehe Ihr mich fragt, antwortet mir. Ich war frei in Neweaſtle; ich ſchloß einen Vertrag mit den zwei Kammern. Statt Eurer Seits dieſen Vertrag zu erfüllen, den ich meiner Seits erfüllte, habt Ihr mich den Schottländern abgekauft, ich weiß, um keinen hohen Preis, und das macht der Sparſamkeit Eurer Verwaltung Ehre. Hofft Ihr aber, ich habe aufgehört, Euer König zu ſein, weil Ihr den Preis eines Sklaven für mich bezahltet? Euch antworten, hieße die Königs⸗ würde vergeſſen; ich werde Euch alſo nicht eher ant⸗ worten, als bis Ihr das Recht, mich zu befragen, nachgewieſen habt. Euch antworten hieße Euch als meine Richter anerkennen, und ich erkenne in Euch nur meine Engländer.“
Und mitten unter einer Todesſtille ſetzte ſich Karl ruhig, ſtolz und ſtets bedeckten Hauptes wieder in ſeinen Lehnſtuhl. 3
Warum ſind meine Franzoſen nicht da?“ mur⸗
melte Karl, die Augen nach der Tribüne wendend, wo ſte einen Augenblick erſchienen waren.„Sie würden ſehen, daß ihr Freund lebend der Vertheidigung, todt des Beweinens würdig iſt.“
Aber er mochte immerhin die Tiefe der Menge
durchforſchen und ſich gleichſam von Gott dieſe trö⸗ ſtende, ſüße Gegenwart erbitten: er ſah nichts als ſtarre,
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