Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

197 läßt. Dieſes Signal, das Chrgeizige von dem Augenblick unterrichten wird, wo ihre Regierung beginnt, unterrichtet auch einen armen Philoſophen, wie ich bin, von dem Nuaeebi wo Gott auf ein Jahrhundert und ein Daſein aucht.

Der junge Mann bebte ebenfalls und näherte ſich auf der Bank ſeinem Gegenredner.

Oh! ſagte der Greis,betrachten Sie wohl dieſe Nacht, junger Mann; ſehen Sie, was ſie an Wolken und Stürmen in ſich ſchließt; die Morgenroͤthe, welche darauf folgen wird, erſchaue ich ohne Zweifel, denn ich bin nicht alt genug, um den nächſten Tag nicht zu erleben. Doch eine Regierung wird vielleicht beginnen, die Sie bis zu ihrem Ende ſehen, und die wie dieſe Nacht Geheimniſſe in ſich ſchließt, die ich nicht mehr erſchaue... Es iſt alſo nicht ohne Intereſſe für mich, das Feuer jener zitternden Kerze, deren Sinn ich Ihnen ſo eben erklärt habe.

Es iſt wahr murmelte der junge Mann,es iſt wahr, mein Meiſter.

Ludwig XIV., fuhr der Greis fort,hat drei und ſiebenzig Jahre regiert; wie viel Jahre wird Ludwig XV. regieren? 1

Ah! rief der junge Mann, mit dem Finger nach dem Fenſter deutend, das mit einem Schlage in Finſterniß

verſunken war.

Der König iſt todt! ſprach der Greis und ſtand mit einer Art von Schrecken auf.

Und Beide beobachteten einige Minuten lang ein tiefes Stillſchweigen.

Ploͤtzlich fuhr eine Carroſſe, mit acht Pferden be⸗ ſpannt, in großer Eile aus dem Hof des Palaſtes. Zwei Pigeuers ritten, Jeder eine Fackel in der Hand haltend, vooran.

Im Wagen fuhren der Dauphin, Marie Antoinette und Madame Eliſabeth, die Schweſter des Königs. Das Licht der Fackeln beleuchtete auf eine unheimliche