Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Das Zimmer von Ludwig XV. war fortan vermauert: es ſollte nichts mehr Eintritt haben, ale die Religion und der Tod. 1

Der König bekam an demſelben Tag die letzte Oelung, und dieſe Nachricht verbreitete ſich in Paris, wo die Un⸗ gnade der Favoritin ſchon ein an allen Orten beſprochenes Ereigniß war.

Der ganze Hof ließ ſich bei dem Dauphin melden, der ſeine Thüre ſchloß und nicht einen Menſchen empfing.

Doch am andern Tag befand ſich der Koͤnig beſſer, und er ſchickte den Herzog von Aiguillon zu Madame Dubarry, ab, um ihr ſeine Complimente zu überbringen.

Dieſer andere Tag war der 9. Mat 1774.

Der Hof verließ in aller Eile den Pavillon des Dauphin und wandte ſich in einem ſolchen Strom nach Rueil, wo die Favoritin wohnte, daß man ſeit der Verbannung von Herrn von Choiſeul nach Chanteloup keine Mhe Reihe von Carroſſen geſehen hatte.

So ſtanden die Dinge. Wird der König am Lehen bleiben, und iſt Madame Dubarry immer noch Königin?

Wird der König ſterben, und iſt Madame Dubarry ichts, dindenen. als eine ſchmähliche, verruchte Cour⸗ tiſane?

Deshalb bot Verſailles am 9. Mai des Jahres 1774 um acht Uhr Abends ein ſo ſeltſames, ein ſo intereſſantes Schauſpiel.

Auf dem Platze vor dem Palaſt hatten ſich einige Gruppen an den Gittern gebildet, gutmüthige Gruppen, beſtehend aus Leuten, die es drängte, die Neuigkeiten zu erfahren.

Es waren Bürger von Verſailles oder Paris, welche mit aller erdenklichen Höflichkeit ſich nach dem Koͤnig bei den Gardes⸗du⸗corps erkundigten, die die Hände auf dem Rücken ſchweigſam im Ehrenhof auf⸗ und abgingen.

Allmälig zerſtreuten ſich die Gruppen: die Leute von Paris nahmen Platz in den Patachen, um friedlich nach Hauſe zurückzukehren; ſicher, die Nachrichten von erſter