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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Die Prinzeſſin würdigte ihn keiner Antwort. Sie 5 die Hand des Kranken, bedeckte ſie mit Küſſen und prach:

Sire, brechen Sie mit der Vergangenheit und geben Sie Ihren Völkern ein Beiſpiel. Niemand warnte Sie; Sie liefen Gefahr, für die Ewigkeit verloren zu ſein. Ver⸗ ſprechen Sie, als Chriſt zu leben, wenn Sie leben; ſterben Sie als Chriſt, wenn Gott Sie zu ſich ruft.

Sie endigte dieſe Worte mit einem neuen Kuß, den ſie auf die königliche Hand drückte, und kehrte wieder lang⸗ ſamen Schrittes nach den Vorzimmern zurück. Hier ließ ſie ihren langen ſchwarzen Schleier auf ihr Geſicht nieder, ging feierlich die Stufen hinab, ſtieg in den Wagen und hinterließ ein Erſtaunen, einen Schrecken, wovon nichts einen Begriff zu geben vermöchte.

Der König erholte ſich erſt wieder durch Befragung des Aerzte; doch er war tief erſchüttert und ſprach: Ich will nicht, daß die Scenen von Metz mit der rau Herzogin von Chateaurour ſich wiederholen; man laſſe Frau von Aiguillon holen und bitte ſie, Madame Dubarry nach Rueil zu führen.

Dieſer Befehl war das Signal zum Ausbruch. Bordeu wollte einige Worte ſprechen, doch der König hieß ihn ſchweigen. Bordeu ſah überdies ſeinen Collegen bereit, dem Dauphin Alles zu melden; Bordeu wußte den Aus⸗ gang der Krankheit des Königs; er kämpfte nicht, ver⸗ ließ das königliche Gemach und benachrichtigte Madame Dubarry von dem Schlag, der ſie traf.

Grſchrocken über den unheilſchwangern und beleidi⸗ genden Anblick, den ſchon alle Geſichter boten, beeilte ſich die Gräfin, zu verſchwinden. In einer Stunde war ſie außerhalb Verſailles, und die Herzogin von Aigulllon, eine getreue und dankbare Freundin, führte die in Ungnade Gefallene nach dem Schloſſe Rueil, das ihr durch Erb⸗ ſchaft vom großen Richelieu zugefallen war.

Bordeu verſchloß die Thüre des Königs der ganzen königlichen Familie unter dem Vorwand der Anſteckung.

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