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Der Koͤnig erhob ſich mit einem leichten Lächeln. „Denn Sie vergeſſen Gott,“ fuhr Frau Louiſe fort. & 4
„Ich...
„Ich will Sie an ihn erinnern.“
„Meine Tochter! ich bin dem Tod nicht ſo nahe, daß eine Ermahnung dringend ſein müßte. Meine Krankheit iſt leicht: eine Steife, etwas Entzündung...“—
„Eure Krankheit, Sire,“ unterbrach ihn die Prinzeſſin, „iſt diejenige, welche nach der Etiquette um das Bett Seiner Majeſtät die großen Prälaten des Reiches verſam⸗ meln ſoll. Wird ein Mitglied der koͤniglichen Familie von den Blattern befallen, ſo müſſen ihm ſogleich die Sterbe⸗ ſacramente gegeben werden.“ 3
„Madame!...“ rief der König ſehr bewegt, ſehr bleich,„was ſagen Sie?“ 4
„Madame!“ riefen die Aerzte voll Schrecken.
„Ich ſage, Eure Majeſtät iſt von den Blattern be⸗ fallen,“ fuhr die Prinzeſſin fort.
Der König ſtieß einen Schrei aus und entgegnete:
„Die Aerzte haben es nicht geſagt.“
„Sie wagen es nicht; ich erſchaue für Eure Majeſtät ein anderes Reich, als Frankreich. Nähern Sie ſich Gott, Sire, und laſſen Sie alle Ihre Jahre vor Ihrem innern Geſicht vorübergehen.“
„Die Blattern!“ murmelte Ludwig XV.,„eine tödt⸗ liche Krankheit!... Bordeu! la Martinére... iſt es wahr?“
Die zwei Aerzte ſchauten zu Boden.
„Ich bin alſo verloren,“ wiederholte der Köͤnig mehr als je erſchrocken.
„Man kann von allen Krankheiten geneſen, Sire, be⸗ ſonders wenn man die Ruhe ſeines Geiſtes bewahrt,“ ſprach Bordeu, der die Initiative ergriff.
„Gott gibt die Ruhe des Geiſtes und die Rettung des Körpers,“ entgegnete die Prinzeſſin.
„Madame,“ ſagte Bordeu kühn, obgleich mit leiſer Stimme,„Sie tödten den König!“


