Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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kam mir der Gedanke, Dich zu tödten. Ich hatte es ge⸗ ſchworen, ich war berechtigt dazu.

Gilbert antwortete nicht.

Nun erleuchtet mich Gott. Gott hat Dich auf mei⸗ nen Weg geworfen, als wollte er mir ſagen: die Rache iſt unnütz; man darf ſich nur rächen, wenn man von Gott verlaſſen iſt... Ich werde Dich nicht toͤdten; ich werde nur das Gebäude des Unglücks, das Du aufgerichtet, zer⸗ ſtören... Dieſes Kind iſt Deine Quelle für die Zu⸗ kunft, Du wirſt mir dieſes Kind ſogleich zurückgeben.

Aber ich habe es nicht, entgegnete Gilbert.Man nimmt ein Kind von vierzehn Tagen nicht mit auf die See.

Du mußteſt wohl eine Amme für daſſelbe finden: warum ſollteſt Du nicht die Amme mitgenommen haben?

Ich ſage Ihnen, daß ich das Kind nicht mitgenom⸗ men habe.

Dann haſt Du es in Frankreich gelaſſen? An wel⸗ chem Ort haſt Du es gelaſſen?

Gilbert ſchwieg.

Antworte! wo haſt Du es zu einer Amme gethan, und mit welchen Mitteln?

Gilbert ſchwieg.

Ah! Elender, Du trotzeſt mir, rief Philipp;Du fürchteſt Dich nicht, meinen Zorn wieder zu erwecken... Willſt Du mir ſagen, wo das Kind meiner Schweſter iſt? Willſt Du mir dieſes Kind zurückgeben?

Mein Kind gehört mir, murmelte Gilbert.

Böſewicht! Du ſiehſt wohl, daß Du ſterben mußt?

Ich will mein Kind nicht zurückgeben.

GGilbert, hoͤre, ich ſpreche ſanft mit Dir; Gilbert, ich werde die Vergangenheit zu vergeſſen, ich werde Dir zu verzeihen ſuchen, Gilbert; Du begreifſt meine Groß⸗ muth, nicht wahr?.. Ich verzeihe Dir!... Alles, was Du an Schande und Unglück über unſer Haus gebracht haſt, verzeihe ich Dir; das iſt ein großes Opfer; gib mir