Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Oh! der feige Böſewicht, rief Philipp;er hat nicht einmal den Inſtinct des wilden Thieres, das ſich ver⸗ theidigt!

72 Gilbert erwiederte mit einer Stimme voll Sanft⸗ muth:

Mich vertheidigen! warum?

Es iſt wahr, Du weißt wohl, daß Du in meiner Gewalt biſt... Du weißt, daß Du die furchtbarſte Strafe verdient haſt. Alle Deine Verbrechen ſind erwieſen. Du haſt eine Frau durch die Schmach erniedrigt und Du haſt ſie durch die Unmenſchlichkeit umgebracht. Es war für Dich wenig, eine Jungfrau zu beflecken, und Du wollteſt eine Mutter ermorden.

Gilbert antwortete nicht. Philipp, der ſich allmälig im Feuer ſeines eigenen Zornes berauſchte, legte aber⸗ mals die Hände an Gilbert. Gilbert leiſtete keinen Wi⸗ derſtand.

Du biſt alſo kein Mann, rief Philipp, indem er ihn mit dem heftigſten Grimm ſchüttelte,Du haſt nur das Geſicht eines Mannes... Wie! nicht einmal Wider⸗ ſtand! Aber Du ſiehſt wohl, ich erwürge Dich, wehre Dich alſo! vertheidige Dich... feiger Mörder!

Gilbert fühlte, wie die ſcharfen Finger ſeines Feindes in ſeinen Hals eindrangen; er richtete ſich auf, ſtemmte ſich an und warf, ſtark wie ein Löͤwe, Philipp mit einer einzigen Deiweäund ſeiner Schultern fern von ſich... dann kreuzte er die Arme und ſprach:

Sie ſehen wohl, daß ich mich vertheidigen könnte, wenn ich wollte; doch wozu, nun, da Sie nach Ihrer Flinte laufen; ich will lieber von einem einzigen Schuß getödtet, als von Nägeln zerriſſen und von ſchmählichen Schlägen niedergeworfen werden.

Phillpp hatte in der That ſeine Flinte ergriffen, doch bei dieſen Worten ſtieß er ſie zurück und murmelte: Nein, nein.

Dann fragte er laut: