1
181
Minuten die Temperatur mild ſchien und der Schatten mit weichen, geheimnißvollen Hellen durchmengt war. So war er Anfangs mit ausgeſtreckten Händen und ſich an den Felswänden ſtoßend den Matroſen gefolgt, ohne ſie zu ſehen; allmälig aber hob ſich jedes Geſicht, jede Wendung erleuchtet von der Finſterniß ab, und Philipp zog das Licht dieſer Grotte dem des Himmels vor, das am Tag in die⸗ ſen Gegenden ſo ſcharf und hart iſt.
Mittlerweile hörte er die Stimmen ſeiner Gefährten ſich in der Ferne verlieren. Ein paar Flintenſchüſſe er⸗ ſchollen in den Bergen, dann erloſch das Geräuſch, und Philipp blieb allein. 3
Die Matroſen hatten ihrerſeits ihre Aufgabe erfüllt und ſollten nicht mehr in die Grotte zurückkommen.
Philipp ließ ſich nach und nach von dem Zauber die⸗ ſer Einſamkeit und vom Wirbel ſeiner Gedanken hinreißen; er ſtreckte ſich auf dem weichen Sand aus, lehnte ſich an die mit aromatiſchen Kräutern bedeckten Felſen an und träumte.
So verliefen die Stunden. Er hatte die Welt ver⸗ geſſen. Neben ihm lag ſeine Flinte auf dem Stein, und um gemächlicher ruhen zu koͤnnen, hatte er aus ſeinen Taſchen die Piſtolen gezogen, die ihn nie verließen.
Seine ganze Vergangenheit kam langſam, feierlich zu ihm zurück, wie eine Lehre oder ein Vorwurf. Seine ganze Zukunft entfloh unfreundlich, wie jene ſcheuen Voͤgel, die man zuweilen mit dem Blick, nie mit der Hand berührt.
Während Philipp ſo träumte, träumte, lachte, hoffte man ohne Zweifel hundert Schritte von ihm. Er hatte eine unwillkührliche Vorſtellung von dieſer Bewegung, und mehr als einmal kam es ihm vor, als hörte er den Ru⸗ derſchlag von den Booten, die nach dem Ufer hin oder an Bord zurück Paſſagiere führten, die Einen müde des Vergnügens auf der Inſel, die Andern gierig, es auch zu genießen.
Doch er war in ſeiner Betrachtung nicht geſtört wor⸗


