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„Das Kind iſt ein wenig krank.“
„Krank... das liebe Kind! Geſchwinde, Marguerite, .. einen Wagen! ich will mein Kind ſehen.“
„Unmöglich!“ rief der Doctor;„Sie ſind nicht im Stand, auszugehen oder eine Fahrt zu ertragen.“
„Sie haben mir noch dieſen Morgen geſagt, es wäre dies möglich; Sie ſagten mir morgen, nach der Ankunft von Philipp, könnte ich den armen Kleinen beſuchen.
„Ich hatte eine beſſere Anſicht von Ihrem Geſund⸗ heitszuſtand.“
„Sie täuſchen mich.“
Der Doctor ſchwieg.
„Marguerite!“ wiederholte Andrée,„man gehorche mir... einen Wagen!“
„Aber das kann Dir den Tod bringen,“ unterbrach ſie Philipp.
„Nun, ſo werde ich ſterben!... es liegt mir nicht ſo viel am Leben!...“
Marguerite wartete und ſchaute abwechſelnd ihre Gebie⸗ terin, ihren Herrn und den Doctor an.
„Wenn ich befehle...“ rief Andrée, deren Wangen ſich mit einer plöͤtzlichen Röthe bedeckten.
„Theure Schweſter!“
„Ich höre nichts mehr, und wenn man mir einen Wagen verweigert, gehe ich zu Fuß.“
„Andrée,“ ſagte Philipp, indem er ſie in ſeine Arme nahm,„Du wirſt nicht gehen, nein, Du brauchſt nicht dahin zu gehen.“
„Mein Kind iſt todt!“ ſtammelte Andrée kalt und
ließ ihre Arme an dem Lehnſtuhl hinabfallen, in den Philipp und der Doctor ſie geſetzt hatten.
Philipp antwortete nur dadurch, daß er eine von ihren
kalten, trägen Händen küßte... Allmälig verlor der Hals
von Andrée ſeine Starrheit; ſie ließ ihren Kopf auf ihren
Buſen fallen und vergoß reichliche Thränen. „Gott hat gewollt, daß wir dieſes neue Unglück er⸗
fahren; Gott, der ſo gerecht, ſo groß iſt; Gott, der viel⸗
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