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„Sie betäuben mich: wollen Sie mir nicht ſagen, ich habe Ihre Schweſter beleidigt?“
„Ja, Feiger.“
„Abermals ein unnützer Schrei und eine unnütze Schmähung; wer Teufels ſagt Ihnen denn, ich habe Ihre Schweſter beleidigt?“
Philipp zögerte; der Ton, mit dem Balſamo dieſe Worte geſprochen hatte, ſetzte ihn in Erſtaunen. Es war der höchſte Grad von Unverſchämtheit oder der Schrei eines reinen Gewiſſens. 3 „Wer es mir geſagt habe?“ verſetzte der junge Mann.
„Ja, das frage ich Sie.“
„Meine Schweſter ſelbſt, mein Herr.“
„Ei! mein Herr, Ihre Schweſter...“
3„Was wollten Sie ſagen?“ rief Philipp mit einer drohenden Geberde.
„Ich wollte ſagen, mein Herr, Sie geben mir wahr⸗ haftig einen ſehr traurigen Begriff von Ihnen und von
Ihrer Schweſter. Wiſſen Sie, es iſt die häßlichſte Spe⸗
culation der Welt, die Speculation, welche gewiſſe Frauen mit ihrer Unehre machen. Sie aber find, die Drohung auf den Lippen, gekommen, wie die großmäuligen Brüder der italieniſchen Komoͤdie, um mich, den Degen in der Hand, zu zwingen, entweder Ihre Schweſter zu heirathen, was beweiſt, daß ſie ſehr eines Gatten bedarf, oder Ih⸗ nen Geld zu geben, weil Sie wiſſen, daß ich Gold mache; mein Herr, Sie haben ſich getäuſcht: Sie bekommen kein Geld und Ihre Schweſter bleibt unver⸗ heirathet.“
„Dann werde ich von Ihnen das Blut bekommen, das Sie in den Adern haben, wenn Sie haben,“ rief Philipp.. 1 „Nein, nicht einmal dieſes, mein Herr.“


