Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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der Herr ſei nicht hier, erwiederte Fritz mit einer un⸗ ſtörbaren Ruhe.

Ich weiß, was Verbote werth find, mein Freund, und das Eurige iſt achtbar; doch es läßt ſich in der That nicht auf mich anwenden, deſſen Beſuch Euer Herr nicht vorherſehen konnte, und der ich ausnahmsweiſe komme.

Das Verbot dehnt ſich auf Jedermann aus, mein Herr, entgegnete Fritz unbeſonnener Weiſe.

Ahl da man Euch ein Verbot gegeben hat, ſo iſt Euer Herr zu Hauſe.

Nun, und hernach? ſagte Fritz, den ſo viel Zu⸗ dringlichkeit ungeduldig zu machen anfing.

Nun! ich werde warten.

Der Herr iſt nicht hier, ſage ich Ihnen, das Haus iſt vor einiger Zeit in Brand gerathen und in Folge davon unbewohnbar geworden.

Du bewohnſt es doch, Du, entgegnete Philipp, ebenfalls ungeſchickt.

Ich bewohne es als Wächter.

Philipp zuckte die Achſeln wie ein Menſch, der nicht ein Wort von dem, was man ihm ſagt, glaubt.

Fritz fing an zornig zu werden und rief:

Ob übrigens der Herr Graf zu Hauſe oder nicht zu Hauſe iſt, pflegt man doch weder in ſeiner Abweſen⸗ heit, noch in ſeiner Anweſenheit mit Gewalt bei ihm ein⸗ zudringen, und wenn Sie ſich nicht in die Gewohnheiten des Hauſes fügen, ſo werde ich gezwungen ſein...

Fritz hielt inne.

Wozu? fragte Philipp ſich vergeſſend.

Sie hinauszuwerfen, antwortete Fritz ruhig.

Du? rief Philipp, das Auge funkelnd.

Ich, erwiederte Fritz, der mit dem ſeiner Nation eigenthümlichen Charakter in demſelben Maß, in welchem ſein Zorn ſtieg, allen Anſchein der Kaltblütigkeit wieder⸗ erlangte. 4