CXLVI. Zwei Schmerzen.
Gilbert hatte die Lage der Dinge vernünftig beur⸗ theilt, als er von dem Unbekannten ſprechend, den er im Garten an dem Abend wahrgenommen, der ſo unſelig für Fräulein von Taverney geweſen war, ſagte:
„Wird man ihn wiederfinden?“
Philipp wußte in der That durchaus nicht, wo Jo⸗ ſeph Balſamo, Graf von Föoͤnir, wohnte.
Aber er erinnerte ſich jener Dame von Stand, der Marquiſe von Savigny, zu der Andrée am 31. Mai, um eine Pflege zu erhalten, geführt worden war.
Die Stunde war nicht ſo vorgerückt, daß man nicht bei dieſer Dame erſcheinen konnte, welche in der Rue Saint⸗Honoré wohnte. Philipp bewältigte alle Aufregung ſeines Geiſtes und ſeiner Sinne; er ging zu der Dame hinauf, und die Kammerfrau gab ihm ſogleich und ohne alles Zögern die Adreſſe von Balſamo in der Rue Saint⸗ Claude im Marais.
Philipp folgte auf der Stelle der angegebenen Adreſſe.
Aber nicht ohne eine tiefe Bewegung berührte er den Klopfer dieſes verdächtigen Hauſes, worin ſeiner Vermu⸗ thung nach auf ewig die Ruhe und die Ehre der armen Andrée begraben waren. Doch ſeinen Willen zu Hülfe rufend, hatte er bald die Entrüſtung, die Empfindlichkeit überwunden, um ſich unverſehrt die Kräfte zu erhalten, deren er zu bedürfen glaubte.
Er klopfte an das Haus mit ziemlich ſicherer Hand,
und die Thüre öffnete ſich nach der Sitte des Ortes. Phitipp trat, ſein Pferd am Zügel führend, in den
Hof ein. Doch er hatte nicht vier Schritte gemacht, als
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