Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Andern. Ich habe den König ſelbſt im Zimmer von Fräulein Andrée geſehen. Ich würde es im Nothfall vor dem Bruder bezeugen, und trotz alles Leugnens Seiner Majeſtät würde man mir glauben... Ja, doch dies wäre ein ſehr gefährliches Spiel... Ich werde ſchwei⸗ gen; der Köͤnig hat zu viele Mittel, um ſeine Unſchuld zu beweiſen, oder meine Zeugſchaft niederzuſchlagen. Doch habe ich nicht in Ermanglung des Königs, deſſen Name bei dem Allem nur unter der Gefahr eines ewigen Ge⸗ fängniſſes oder des Todes angerufen werden kann, den unbekannten Mann, der Fräulein von Taverney in der⸗ ſelben Nacht in den Garten hinabſteigen machte 2. Wie wird ſich dieſer vertheidigen? Wie ſollte man ihn erra⸗ then, wie ſollte man ihn wiederfinden, wenn man ihn erriethe? Dleſer iſt nur ein gewöhnlicher Menſch, ich bin ſo viel werth als er und werde mich ſtets gut gegen ihn vertheidigen. Uebrigens denkt man nicht an mich. Gott allein hat mich geſehen, fügte er voll Bitterkeit lachend bei.Doch dieſer Gott, der ſo oft meine Thrä⸗ nen und meine Schmerzen ſah, ohne etwas zu ſagen, warum ſollte er die Ungerechtigkeit begehen, mich bei dieſer Gelegenheit zu verrathen, der erſten, die er mir glücklich zu ſein geboten hat?

Ueberdies, wenn das Verbrechen beſteht, iſt es ihm zuzuſchreiben und nicht mir, und Herr von Voltaire be⸗ weiſt auf das Klarſte, daß es keine Wunder mehr gibt. Ich bin gerettet, ich bin ruhig, mein Geheimniß gehört

mir, die Zukunft gehört mir.

Nach dieſen Betrachtungen, oder vielmehr nach dieſer Uebereinkunft mit ſeinem Selbſtvertrauen, packte Gilbert ſeine Gartengeraͤthſchaften zuſammen und nahm ſein Abendbrod mit ſeinen Kameraden. Er war heiter, ſorg⸗ los, herausfordernd ſogar. Er hatte Reue, er hatte Angſt gehabt, das iſt eine Schwäche, die ein Mann, ein Philo⸗ ſoph, ſchleunigſt tilgen mußte. Nur rechnete er ohne ſein Gewiſſen. Gllbert ſchlief nicht.