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von Philipp entweichen ſehen; als er zurückkehrte, ge⸗ horchte er nur ſeinem Inſtinkt, um ſich nicht ſelbſt anzu⸗ klagen, und von die ſem Augenblick drängte er alle ſeine Kräfte nach einem Ziele zuſammen: nach dem Widerſtand.
Er folgte Philipp, ſah ihn zu Andrée hinaufgehen und mit dem Doctor Louis ſprechen; er beſpähte Alles, er beurtheilte Alles, er begriff die Verzweiflung von Philipp. Er ſah dieſen Schmerz wachſen und größer werden: ſeine furchtbare Scene mit Andrée errieth er aus dem Spiel der Schatten hinter dem Vorhang.
„Ich bin verloren,“ dachte er; ſeine Vernunft ver⸗ wirrte ſich; er ergriff ein Meſſer, um Philipp zu tödten, den er an ſeiner Thüre erſcheinen zu ſehen erwartete... oder um ſich ſelbſt zu tödten, wenn es ſein müßte.
Philipp ſoͤhnte ſich im Gegentheil mit ſeiner Schwe⸗ ſter aus. Gilbert ſah ihn auf den Knieen, die Hände von Andrée küſſend. Dies war eine neue Hoffnung, ein Hafen der Rettung. War Philipp noch nicht mit einem Wuthgeſchrei heraufgekommen, ſo war dies der Fall, weil Andrée den Namen des Schuldigen durchaus nicht kannte. Wußte ſie, der einzige Zeuge, der einzige An⸗ kläger, nichts, ſo wußte Niemand etwas. Wenn Andrée
... tolle Hoffnung!... wußte und nichts geſagt hatte, ſo war es mehr als Rettung, es war Glück, es war Triumph.
Von dieſem Augenblick ſchwang ſich Gilbert ent⸗ ſchloſſen bis zum Niveau der Lage der Dinge empor. Nichts hielt ihn mehr in ſeinem Gange auf, ſobald er ſeinen Scharfblick wieder erlangt hatte.
„Wo ſind die Spuren, wenn Fräulein von Taverney mich nicht anklagt?“ ſagte er;„und ich Narr, der ich bin, würde ſie mich des Erfolges, oder des Verbrechens anſchuldigen? Sie hat mir das Verbrechen nicht vorge⸗ worfen, nichts hat mir ſeit drei Wochen angedeutet, ſie haſſe oder vermeide mich mehr als früher.
„Wenn ſie alſo die Urſache nicht gekannt hat, ſo verräth nichts in der Wirkung mehr mich, als einen
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