Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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geſtehſt; ſtirb auf der Stelle, Gott richte Dich, und ich werde Dich ſchlagen!

Und der junge Mann raffte krampfhaft ſeinen Degen auf und ſetzte raſch wie der Gedanke die Spitze ſeiner Schweſter auf die Bruſt.

Gut, gut, tödte mich, rief Andrée, ohne daß ſie über den Blitz erſchrack, der aus der Künge hervorzuckte, ohne daß ſie den Schmerz des Stiches zu vermeiden ſuchte.

Und ſie ſtürzte vor, wie vom Wahnſinn erfaßt, und ihr Sprung war ſo lebhaft, daß ihr der Degen die ganze Bruſt durchbohrt hätte, ohne den jähen Schrecken von Philipp und den Anblick einiger Tropfen Blutes, welche die um den Hals ſeiner Schweſter gelegte Mouſſeline be⸗ fleckten.

Der junge Mann war mit ſeinen Kräften und mit ſeinem Zorn zu Ende; er wich zurück, ließ das Eiſen ſeinen Händen entſchlüpfen, fiel ſchluchzend auf die Kniee, umſchlang mit ſeinen Armen den Leib des Mädchens und rief:

Andrée! Andrée! nein, nein, ich werde ſterben. Du liebſt mich nicht mehr, Du kennſt mich nicht mehr, ich habe nichts mehr auf dieſer Welt zu thun. Oh! Du liebſt einen Andern ſo ſehr, Andrée, daß Du den Tod einem in meinen Buſen ergoſſenen Geſtändniß vorziehſt? Oh! Andrée, nicht Du ſollſt ſterben, ich werde ſterben 15

Und er machte eine Bewegung, um zu fliehen; doch ſchon hatte ihn Andrée mit ihren beiden zitternden Hän⸗ den am Halſe gefaßt, ſchon bedeckte ſie ihn mit Küſſen, ſchon benetzte ſte ihn mit ihren Thränen.

Nein, nein, rief ſie,Du hatteſt von Anfang Recht: Tödte mich! tödte mich, Philipp! denn man ſagt, ich ſei ſchuldig. Doch Du, der Du ſo edel, ſo rein, ſo gut biſt, Du, den Niemand⸗ anklagt, lebe und beklage mich nur, ſtatt mich zu verfluchen.

Wohl, meine Schweſter, ſprach der junge Mann, im Namen des Himmels, im Namen unſerer früheren Freundſchaft, befürchte nichts, weder fu ch noch für denjenigen, welchen Du liebſt; dieſer, er auch ſein