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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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gehabt habe, Dich zu lieben, Dich Allem vorzuziehen, Dich höher als Alles zu ſchätzen, und weil dieſes Ver⸗ trauen von meiner Seite wenigſtens das Deinige in Er⸗ manglung von Zärtlichkeit hervorrufen mußte; albern, weil heute das abſcheuliche Geheimniß, das uns entehrt, in der Macht eines Dritten iſt, weil es ſich trotz Deiner Verſchloßenheit vielleicht andern Augen geoffenbart hat, weil ich Dich endlich, wenn Du mir gleich am An⸗ fang die Lage, in der Du Dich befindeſt, geſtanden haͤt⸗ teſt, wenn nicht aus Zuneigung, doch wenigſtens aus Selbſtſucht vor der Schande bewahrt haben würde, denn indem ich Dich rettete, ſchonte ich mich. Hierin und dadurch haſt Du Dich hauptſächlich verfehlt. Deine Ehre, ſo lange Du nicht verheirathet biſt, gehört gemein⸗ ſchaftlich denjenigen, deren Namen Du führſt, das heißt befleckſt. Ich bin nun nicht mehr Dein Bruder, da Du mir dieſen Titel abgeleugnet haſt; ich bin ein Mann, der dabei betheiligt iſt, Dir durch jedes mögliche Mittel das ganze Geheimniß zu entreißen, damit aus dieſem Geſtändniß irgend eine Genugthuung für mich hervorgehe. Ich trete alſo voll Zorn und Entſchloſſenheit vor Dich und ſage Dir: da Du ſchändlich genug warſt, Deine Hoffnung auf eine Lige zu ſeßen, ſo ſollſt Du beſtraft werden, wie man die Schä ichen beſtraft. Geſtehe mir alſo Dein Verbrechen, oder... Drohungen! rief die ſtolze Andrée,Drohungen einem Weibe! Und ſie ſtand bleich und ſelbſt drohend auf. Ja, Drohungen, nicht einem Weibe, ſondern einem Geſchöpf ohne Treu' und Glauben, ohne Chre. Drohungen! fuhr Andrée fort, welche allmälig in Verzweiflung gerieth;Drohungen mir, die ich nichts weiß, die ich nichts begreife, die ich Euch Alle wie blut⸗ gierige Narren anſchaue, die ſich verbunden haben, um mich vor Kummer, wenn nicht vor Scham ſterben zu

machen! 5 Ja. rief Philipp,ja, ſtirb alſo, wenn Du nicht