Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ger Blick, noch die geheuchelte Entrüſtung, die Sie belebt, in meinem Entſchluß wankend machen.

Mein Gott! was wollen Sie, was verlangen Sie denn?

Geſtehen Sie, oder ich bekomme bei meiner Ehre eine erbärmliche Meinung von Ihnen.

Mein Herr, noch einmal, mein Bruder iſt nicht da, um mich zu vertheidigen, und ich ſage Ihnen, daß Sie mich verletzen, daß ich Sie nicht verſtehe, und fordere Sie auf, ſich klarer, ſchärfer über dieſe vorgebliche Kranhei zu erklären.

Zum letzten Mal, mein Fräulein, ſprach der Doc⸗ tor ganz erſtaunt,wollen Sie mir den Schmerz, Sle erröthen zu machen, erſparen?

Ich begreife Sie nicht, ich begreife Sie nicht, ich begreife Sie nicht, wiederholte Andrée dreimal, und ſchaute dabei den Doctor mit Augen an, welche von Frage, von Herausforderung, und beinahe von Drohung funkelten.

Nun! ich, ich begreife Sie, mein Fräulein; Sie zweifeln an der Wiſſenſchaft und hoffen Ihren Zuſtand vor Jedermann zu verbergen; doch Sie täuſchen ſich, mit einem einzigen Worte ſchlage ich Ihren ganzen Stolz zu Boden: Sie ſind ſchwanger!...

Andrée ſtieß einen furchtbaren Schrei aus und fiel rückwärts auf den Sopha.

Auf dieſen Schrei folgte das Geräuſch der Thüre, welche heftig aufgeſtoßen wurde, und Philipp ſprang, den Degen ind ders Fauſt, das Auge blutig, die Lippen zitternd, mitten ins Zimmer.

Elender! Sie lügen! rief er dem Doctor zu.

Der Doctor wandte ſich langſam gegen den jungen Mann um, ohne den Puls von Andrée zu verlaſſen, welche halb todt unter ſeiner Hand bebte, und ſprach mit

einer verächtlichen Miene:

Was! ich geſagt habe, habe ich geſagt, mein Herr,