Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ihre Zimmer zurückgekehrt; der kleine Hof war öde und verlaſſen.

Andrée fühlte ſich wohl im Grunde ihres Herzens bewegt durch die Wichtigkeit, welche Philipp und der Arzt ihrer Krankheit gaben.

Sie wunderte ſich wohl über die Seltſamkeit der Rückkehr des Doctor Louis, der am Morgen die Krank⸗ heit für unbedeutend und die Anwendung von Arzneimitteln für unnöbthig erklärt hatte; aber bei ihrer tiefen Unſchuld

war der glänzende Spiegel ihrer Seele nicht einmal ge⸗

trübt durch den Hauch des Verdachts, der gegen Sie ent⸗ ſtanden.

Plöͤtzlich, nachdem er das Licht der Lampe auf ſie gerichtet, nahm der Arzt ihre Hand wie ein Freund oder wie ein Beichtvater, und nicht mehr den Puls wie ein Arzt.

Dieſe unerwartete Bewegung ſetzte die empfindliche Andrée ſehr in Erſtaunen; ſie war einen Augenblick nahe daran, ihre Hand zurückzuziehen.

Mein Fräulein, fragte der Arzthaben Sie mich wiederzuſehen gewünſcht, oder habe ich, indem ich hier⸗ herkam, nur dem Wunſche Ihres Bruders nachgegeben?

Mein Herr, antwortete Andrée,mein Bruder kehrte zurück und kündigte mir an, Sie würden wieder⸗ kommen; doch nach dem, was Sie mir dieſen Morgen über die Bedeutungsloſigkeit meiner Krankheit zu ſagen die Güte hatten, würde ich mir nicht die Freiheit genom⸗ men haben, Sie abermals zu bemühen.

Der Doctor verbeugte ſich und fuhr fort:

Ihr Bruder ſchien erhitzt, eiferſüchtig auf ſeine Ehre und in gewiſſen Punkten unnachſichtig; deshalb wollten Sie ſich ohne Zweifel ihm nicht eröffnen? Andrée ſchaute den Doctor an, wie ſie Philipp an⸗ geſchaut hatte.

Auch Sie, mein Herr, ſprach Sie mit ſtolzer

Miene..