Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

264.

Wahrſcheinlichkeiten Rechenſchaft zu geben, die ihm die erſte Unterſuchung geliefert.

Er trat alſo ein, und ſein erſter Blick, dieſe Beſitz⸗ nahme des Arztes und des Beobachters, heftete ſich ſchon aus dem Vorzimmer auf Andreée, die er nicht mehr verließ.

War es durch den Anblick des Doctors veranlaßte Aufregung, war es eine natürliche Erſcheinung, Andrée wurde gerade von einem der Anfälle erfaßt, welche Philipp erſchreckt hatten, und ſie wankte und fuhr mit einer ſchmerz⸗ lichen Geberde mit ihrem Sacktuch an ihre Lippen.

Philipp, der ganz mit dem Empfang des Doctors beſchäftigt war, hatte nichts geſehen.

Doctor, ſagte er,ſeien Sie willkommen und ver⸗ zeihen Sie mir mein etwas brutales Weſen; als ich Sie vor einer Stunde anredete, war ich eben ſo aufgeregt, als ich in dieſer Minute ruhig bin.

Der Doctor hörte einen Augenblick auf, Andrée an⸗ zuſchauen, und lenkte ſeine Beobachtung auf den jungen Mann, deſſen freudiges Lächeln er analyfirte.

Sie haben mit Ihrer Fräulein Schweſter geſprochen, wie ich es Ihnen gerathen? fragte er.

Ja, Doctor, ja.

Sie ſind beruhigt?

Ich habe den Himmel mehr und die Hoͤlle weniger im Herzen.

Der Doctor nahm die Hand von Andrée und fühlte dem Mädchen lange den Puls.

Philipp ſchaute ihm zu und ſchien zu ſagen:

Ohl thun Sie es, Doctor, ich fürchte nun die Er⸗ klärungen des Arztes nicht mehr.

Nun! mein Herr? fragte er mit triumphirender Miene.

Herr Chevalier, erwiederte der Arzt,wollen Sie mich mit Ihrer Schweſter allein laſſen.

Ganz einfach ausgeſprochen, ſchlugen dieſe Worte den Stolz des jungen Mannes nieder.

Wie! abermals? ſagte er.