Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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habt, und nicht als häͤtte er einen Augenblick mit der Wirklichkeit gekämpft. Je mehr er ſich vom Doctor ent⸗ fernte, deſto ungläubiger wurde er gegen ſeine Drohungen. Sicherlich hatte ſich die Wiſſenſchaft getäuſcht, aber die Tugend war nicht gefallen.

Hatte ihm nicht der Doctor dadurch vollkommen Recht

gegeben, daß er zu ſeiner Schweſter zurückzukehren ver⸗ ſprochen?

Als aber Philipp Andrée gegenüberſtand, war er ſo verändert, ſo bleich, ſo entſtellt, daß nun ſeine Schweſter über ihn in Beſorgniß gerieth und. ſich fragte, wie in ſo kurzer Zeit eine ſolche Veränderung an ihm habe vorgehen können.

Nur Eines konnte eine ſolche Wirkung auf Philipp hervorgebracht haben.

Mein Gott! mein Bruder, fragte Andrée,ich bin alſo ſehr krank?

Warum? verſetzte Philipp.

Weil die Berathung mit dem Doctor Louis Dich erſchreckt hat.

Nein, meine Schweſter, der Doctor iſt nicht unruhig, und Du haſt mir die Wahrheit geſagt. Ich habe ſogar

große Mühe gehabt, ihn zu beſtimmen, wiederzukommen.

Ahl er kommt?

Ja, er kommt; das wird Dir nicht unangenehm ſein, Andrée?

Philipp tauchte ſeine Blicke in die des Mädchens, während er dleſe Worte ſprach.

Nein, antwortete ſie ganz einfach,wenn Dich nur dieſer Beſuch ein wenig beruhigt, mehr verlange ich nicht; doch ſage mir mittlerweile, woher kommt Deine furchtbare Bläſſe, die mich ſo ſehr erſchreckt?

Das beunruhigt Dich, Andrée?

Du fragſt!

Du liebſt mich alſo zärtlich, Andrée?

Was meinſt Du?