Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Ich werde es nicht thun.

Dann faſſe Geduld, Lorenza, ſprach Balſamo ohne Zorn, aber mit einer tiefen Traurigkeit.

Die Stirne von Lorenza verduͤſterte ſich, wie ein mit Blumen bedeckter Wiesgrund ſich verdunkelt, wenn zwiſchen ihm und dem Himmel eine Wolke hinzieht.

Du weiſeſt mich alſo zurück, ſagte ſie.

Nein, Lorenza, Du thuſt dies im Gegentheil.

Eine nervige Bewegung deutete an, welche Ungeduld die junge Frau bei dieſen Worten unterdrückte.

Höre, Lorenza, ſprach Balſamo,höre, was ich für Dich thun kann, und das iſt viel, glaube mir.

Sprechen Sie, erwiederte die junge Frau mit einem bittern Lächeln.Wir wollen ſehen, wie weit ſich dieſe Großmuth erſtreckt, der Sie einen ſo großen Werth bei⸗ legen.

Gott, der Zufall, oder das Verhängniß, wie Du willſt, Lorenza, haben uns mit unauflöslichen Banden mit einander verknüpft; ſuchen wir ſie alſo nicht in dieſem Leben zu brechen, da ſie der Tod allein brechen kann.

Ich weiß das, ſprach Lorenza voll Ungeduld.

Wohl, in acht Tagen, Lorenza, obgleich es mich viel Ueberwindung koſtet, und was ich auch dabei wage, indem ich thue, was ich thue, in acht Tagen ſollſt Du eine Ge⸗ ſellſchafterin haben.

Wo dies?

Hier.

Hier! rief ſie,hinter dieſen Gittern, hinter dieſen unerbittlichen Thüren, hinter dieſen ehernen Pforten, eine Kerkergefährtin! Oh! Sie denken nicht daran, mein Herr, das iſt es nicht, was ich von Ihnen verlange.

Lorenza, es iſt Alles, was ich bewilligen kann.

Die junge Frau machte eine noch ſchärfere Geberde der Ungeduld.

Meine Freundin! meine Freundin! ſagte Balſamo voll Sanftmuth,zu zwei werdet Ihr leichter die Laſt dieſes nothwendigen Unglücks tragen.