ziehung auf unſere politiſchen Verſammlungen wahrge⸗ nommen haſt, je ausgeſagt werden wird.“
„Ich werde es abermals ſchwoͤren.“ „Mit dem Eid und in der Form, die ich angeben werde?“
„Ja; iſt das Alles?“
„Nein, ſchwöre mir, und das iſt die Hauptſache, Lorenza, denn mit den andern Eiden iſt nur mein Leben verknüpft, von dieſem aber hängt mein Glück ab... Schwöre mir, daß Du Dich nie, ſei es unter dem An⸗ trieb eines fremden Willens, ſei es unter dem Antrieb Deines eigenen Willens, Dich von mir trennen wirſt, Lorenza... Schwöre, und Du biſt frei.“
Die junge Frau bebte, als ob ein eiskalter Stahl in ihr Herz eingedrungen wäre.“
„Und unter welcher Form ſoll dieſer Eid geleiſtet werden?“
„Wir gehen mit einander in eine Kirche, Lorenza; wir nehmen das Abendmahl mit derſelben Hoſtie. Auf dieſe ganze Hoſtie ſchwörſt Du, nie etwas in Beziehung auf Althatos, nie etwas in Beziehung auf meine Freunde zu enthüllen. Du ſchwöͤrſt, Dich nie von mir zu trennen. Wir brechen die Hoſtie entzwei, nehmen jedes die Hälfte davon und ſchwören beim Herrn, Du, daß Du mich nie verrathen wirſt, ich, daß ich Dich ſtets glücklich machen werde.“
„Nein,“ ſagte Lorenza,„ein ſolcher Schwur iſt ein Verbrechen gegen Gott.“
„Ein Schwur iſt nie ein Verbrechen gegen Gott, Lorenza,“ erwiederte Balſamo traurig,„nie, wenn er nicht mit der Abſicht, ihn nicht zu halten, geleiſtet wird.“
„Ich werde dieſen Schwur nicht leiſten,“ ſprach Lorenza,„ich hätte zu ſehr bange, meine Seele dem Ver⸗ derben zu überantworten.“ 6
„Ich wiederhole Dir, nicht indem Du ihn leiſteſt, ſondern indem Du zur Verrätherin daran wirſt, überant⸗ worteſt Du Deine Seele dem Verderben.“


