Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

Es wird Sie nichts koſten, mein Herr, als eine Minute von Ihrer Zeit, erwiederte die junge Frau.

Bezaubert durch die ruhige Wendung, welche das Geſpräch nahm, machte ſich Balſamo ſchon mit ſeiner thätigen Einbildungskraft einen Entwurf von den Wünſchen, welche Lorenza gebildet haben konnte, und beſonders von denjenigen, welche er zu erfüllen vermöchte.

Sie wird mich, ſagte er,um eine Dienerin, oder um eine Geſellſchafterin bitten. Dieſes Opfer, das ein ungeheures iſt, da es mein Geheimniß und meine Freunde gefährdet, werde ich ihr bringen, denn das arme Kind iſt in ſeiner Einſamkeit ſehr unglücklich.

Sprich geſchwinde, ſagte er laut und mit einem Seufzer voll Liebe.

Mein Herr, ſprach ſie,Sie wiſſen, daß ich vor Traurigkeit und Langweile ſterbe.

Balſamo neigte den Kopf und ſeufzte abermals, doch diesmal um ſeine Beiſtimmung zu bezeichnen.

Meine Jugend, fuhr Lorenza fort,verzehrt ſich; meine Tage ſind ein langes Schluchzen, meine Nächte eine beſtändige Angſt. Ich werde alt in der Einſamkeit und im Leiden.

Dieſes Leben, erwiederte Balſamo,iſt das, wel⸗ ches Du Dir ſelbſt gemacht haſt, und es hängt nicht von mir ab, daß dieſes Leben, das durch Deine Schuld ſo trübſelig geworden, nicht den Neid einer Königin erregt.

Es mag ſein. Sie ſehen auch, daß ich zu Ihnen zurückkehre.

Ich danke, Lorenza.

Sie ſind ein guter Chriſt, wie Sie mir zuweilen geſagt haben, obgleich...

Obgleich Sie mich für eine verlorene Seele halten... wollten Sie ſagen. Ich vollende Ihren Gedanken, Lorenza.

Halten Sie ſich nur an das, was ich ſage, mein Herr, und ſetzen Sie nichts Anderes voraus, ich bitte Sie.

Fahren Sie fort.*

Wohl! ſtatt mich in den Abgrund des Zornes und