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ihres Gedächtniſſes und ſammelte ihre zerſtreuten Erinne⸗ rungen.
Balſamo ſchaute ſie mit einer Art von Angſt an. Seit langer Zeit war er an den ungeſtümen Uebergang von der Sanftmuth der Liebenden zu einer Aufwallung des Zorns, des Haſſes gewöhnt. Die Reſlerion dieſes Tages, an die er nicht gewöhnt war, die Kaltblütigkeit, mit der ihn Lorenza empfing, ſtatt wie ſonſt in Aeuße⸗ rungen des Haſſes auszubrechen, verkündigten ihm, daß es ſich diesmal um etwas handelte, was vielleicht ernſter war, als Alles, was er bis dahin geſehen hatte.
Lorenza richtete ſich auf, ſchuttelte den Kopf, heftete einen langen Blick auf Balſamo und ſprach:
„Ich bitte, wollen Sie ſich zu mir ſetzen.“
Balſamo bebte bei dieſer Stimme voll ungewohnter Sanftheit.
„Mich ſetzen?“ ſagte er;„Du weißt wohl, daß ich keinen andern Wunſch habe, als mein Leben zu Deinen Füßen zuzubringen.“
„Mein Herr,“ erwiederte Lorenza mit demſelben Ton, „ich bitte Sie, ſich zu ſetzen, obſchon ich nicht lange mit Ihnen zu reden habe; doch mir ſcheint, ich werde beſſer mit Ihnen ſprechen, wenn Sie ſitzen.“
„Heute wie immer, meine geliebte Lorenza, werde ich nach Deinen Wünſchen thun.“
Und er ſetzte ſich auf ein Fauteuil neben Lorenza, welche auf einem Sopha ſaß.
„Mein Herr,“ ſagte ſie, auf Balſamo Augen von einem engeliſchen Ausdruck heftend,„ich habe Sie ge⸗ rufen, um mir eine Gnade von Ihnen zu erbitten.“
„Oh! meine Lorenza,“ rief Balſamo immer mehr entzückt,„Alles, was Du willſt, ſprich nur, Alles.“
„Nur Eines, doch ich ſage Ihnen zum Voraus, daß ich es glühend wünſche.“
„Sprich, Lorenza, ſprich, und ſollte es mich mein ganzes Vermögen, ſollte es mich die Hälfte meines Lebens koſten.“


