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nachdenkend, ſehr fügſam, ſehr ſanft; geſtern war ſie, wie ich ſie gern ſehe. Armes Kind!“
Dann ſchloß er ſein geſticktes Hemd, ſchob ſein Spitzenjabot unter ſeinen Schlafrock, warf einen letzten Blick in den Spiegel, um zu ſehen, ob ſeine Friſur nicht zu ſehr in Unordnung ſei, und ging nach der Treppe, nach⸗ dem er durch ein ähnliches Läuten das Verlangen von Lorenza erwiedert hatte.,
Doch ſeiner Gewohnheit gemäß, blieb Balſamo in dem Zimmer ſtehen, das vor dem der jungen Frau kam, wandte ſich mit gekreuzten Armen nach der Seite, wo er vermuthete, daß ſie ſein möchte, und befahl ihr mit jener Willensſtärke, welche kein Hinderniß kennt, zu ent⸗ ſchlummern.
Dann ſchaute er durch einen beinahe unmerklichen Spalt des Täfelwerks, als ob er an ſich ſelbſt gezweifelt, oder als ob er ſeine Vorſichtsmaßregeln verdoppeln zu müſſen geglaubt hätte.
Lorenza war auf einem Canapé eingeſchlafen, wo ſie ohne Zweifel, ſchwankend unter dem Willen ihres Beherr⸗ ſchers, eine Stütze geſucht hatte. Ein Maler hätte keine poetiſchere Haltung für ſie finden können. Gepreßt und keuchend unter der Laſt des raſchen Fluidums, das ihr Balſamo zugeſandt hatte, glich Lorenza einer von jenen ſchönen Arianen von Vanloo, deren Bruſt angeſchwollen, deren Rumpf voll Wogungen und Erſchütterungen, deren dfigans die Beute der Verzweiflung oder der Müdig⸗ eit iſt.
Balſamo trat auf ſeinem gewöͤhnlichen Wege ein und blieb vor ihr ſtehen, um ſie zu betrachten, doch ſogleich
weckte er ſie auf: ſte warx. zu gefährlich ſo. Kaum hatte ſie die Augen geöffnet, als ſie einen
Blitz aus ihren Augenſternen ſpringen ließ; dann, als wollte ſie ihre noch fluthenden Gedanken feſtſtellen, glättete ſie mit ihren flachen Händen ihre Haare, trocknete ihre von Liebe feuchten Lippen, wühlte in der Tiefe


