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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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in Traubenform duftende Acacien⸗ und Ahornblüthen ver⸗ miſcht mit Iris und bengaliſchen Roſen herabfielen.

Taverney nahm ein ähnliches Fauteuil ein; Andrée ſetzte ſich auf einen Feldſtuhl und ſtützte ihren Ellenbogen auf das Clavier, das ebenfalls mit Blumen in einer ſäch⸗ ſiſchen Vaſe geſchmückt war.

Mein Fräulein, ſprach der Marſchall,ich habe Ihnen im Auftrag des Koͤnigs alle Komplimente zu ſagen, welche geſtern bei ſämmtlichen Zuhörern der Probe durch Ihre bezaubernde Stimme und Ihr muſtkaliſches Talent hervorgerufen worden find. Seine Majeſtät befürchtete Eiferſüchtige unter den Herren und Damen zu machen, wenn ſie Ihr Lob zu laut ausſprechen würde, und beauf⸗ tragte deshalb mich, Ihnen auszudrücken, welch ein großes Vergnügen Sie ihm bereitet haben.

Völlig errothend war Andrée ſo ſchön, daß der Marſchall fortfuhr, als ſpräche er für ſeine eigene Rech⸗ nung:

Der Koͤnig verſicherte mich, er habe an ſeinem Hofe Niemand geſehen, der ſo die Gaben des Geiſtes und die des Aeußeren vereinige.

Sie vergeſſen die des Herzens, ſagte Taverney ganz hingeriſſen:Andrée iſt das beſte Mädchen.

Der Marſchall glaubte einen Augenblick, ſein Freund wolle weinen. Voll Bewunderung für dieſen Aufwand an väterlicher Empfindſamkeit, rief er:

Das Herz! Sie allein vermoͤgen die Zärtlichkeit zu beurtheilen, welche das Herz des Fräuleins in ſich ſchließen kann. Warum bin ich nicht erſt fünf und zwanzig Jahre, ich würde mein Leben und meine ganze Habe zu ihren Füßen legen.

Andrée verſtand es noch nicht, die Huldigung eines Höflings leicht aufzunehmen. Richelieu erhielt von ihr nur ein Gemurmel ohne Bedeutung.

Mein Fräulein, ſagte er,der König wollte Sie bitten, ihm einen Beweis ſeiner Zufriedenheit zu geſtatten, Denkwürdigkeiten eines Arztes. VI. 2