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Und ſie umarmte zärtlich ihren Bruder und ſuchte ihm eine letzte Thräne zu verbergen, die an ihrem Augenlid zitterte und wie eine Perle auf die goldene Neſtel des jungen Officiers fiel.
Philipp ſchaute ſie mit jener unendlichen Zärtlichkeit an, welche zugleich die des Bruders und des Vaters iſt.
„Andrée,“ ſagte er,„ich liebe Dich ſo. Sei muthig. Ich reiſe, doch der Courier wird Dir jede Woche einen Brief von mir bringen. Ich bitte Dich, mache, daß ich ebenfalls jede Woche einen von Dir erhalte.“
„Ja, Philipp, ja, und das wird mein einziges Glück ſein. Doch, nicht wahr, Du haſt meinen Vater benachrichtigt?“
„Wovon?“
„Von Deiner Abreiſe.“
„Liebe Schweſter, der Baron hat im Gegentheil die⸗ ſen Morgen mir ſelbſt den Befehl des Miniſters überbracht. Herr von Taverney iſt nicht wie Du, Andrée; er wird mich leicht entbehren, wie es ſcheint: er kam mir über meine Abreiſe glücklich vor, und er hat im Ganzen Recht; hier kann ich nicht vorrücken, während ſich im Gegentheil dort Gelegenheiten bieten werden.“
„Mein Vater iſt glücklich, Dich abreiſen zu ſehen?“ murmelte Andrée.„Haſt Du Dich nicht getäuſcht, Philipp?“
„Er hat Dich,“ antwortete Philipp, die Frage um⸗ gehend,„und das iſt ein Troſt, meine Schweſter.“
„Glaubſt Du, Philipp? Er ſieht mich nie.
„Meine Schweſter, er hat mich beauftragt, Dir zu ſagen, daß er noch heute, ſogleich nach meinem Abgang, aach Trianon kommen werde. Er liebt Dich, glaube mir, 3 nur liebt er Dich auf ſeine Weiſe.“ 3 5
„Was haſt Du denn, Philipp, Du ſcheinſt verlegen P
„Liebe Andrée, es hat ſo eben geſchlagen. Wie viel
Uhr iſt es?“ 3 „Drei Viertel auf ein Uhr.“


