Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 17.-20. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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beuge, eine Stimme von Oben mir zuriefe:Nimm Dich in Acht, Mädchen, nimm Dich in Acht!

Doch wovor ſollſt Du Dich denn in Acht nehmen? Ich will mit Dir vorausſetzen, es bedrohe Dich ein Un⸗ glück. Haſt Du eine Ahnung von dieſem Unglück? Weißt Du, was zu thun iſt, um ihm Trotz bietend ent⸗ gegenzutreten, oder was zu thun iſt, um es zu ver⸗ meiden,?

Ich weiß nichts, Philipp, wenn nicht, daß mein Leben nur noch an einem Faden hängt, daß nichts mehr für mich glänzt jenſeits des Augenblicks, der Deine Ab⸗ reiſe bezeichnet. Mir ſcheint mit einem Wort, man hat mich während meines Schlafs auf einen Abſturz gewälzt, der zu jäh iſt, als daß ich mich erwachend aufhalten könnte; daß ich erwacht bin, daß ich den Abgrnnd ſehe, daß ich dennoch fortgezogen werde, daß ich, da Du ab⸗ weſend, da Du nicht mehr da biſt, um mich zurückzuhalten, verſchwinden und zerſchellen werde.

Theure Schweſter, gute Andrée, ſprach Philipp, unwillkührlich bewegt durch dieſen Ton voll ſo wah⸗ ren Angſt,Du übertreibſt Deine Zärtlichkeit, für die ich Dir danke. Ja, Du verlierſt Deinen Freund, doch nur für den Augenblick: ich werde nicht ſo fern ſein, daß Du mich nicht zurückrufen könnteſt, wenn es nothwendig wäre; bedenke überdies, daß Dich, mit Ausnahme Deiner Chimären, nichts bedroht. 8

Andrée blieb vor ihrem Bruder ſtehen und ſprach:

Philipp, Du, der Du ein Mann biſt, der Du mehr Kraft haſt als ich, woher kommt es, daß Du in dieſem Augenblick eben ſo traurig erſcheinſt, als ich es ſelbſt bin? Laß hören, mein Bruder, wie erklärſt Du das?

Das iſt leicht zu erklären, theure Schweſter, er⸗ wiederte Philipp, indem er Andrée aufhielt, welche ſchwei⸗ gend weiter gegangen war.Wir ſind nicht nur Bruder und Schweſter durch das Blut, wir find es auch durch die Seele und durch die Gefühle; wir leben in einem Ein⸗