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einen Vater gehabt. Allen kleinen Kummer, den mein
Herz empfand, Alles, was mein Geiſt an kleinen Geheim⸗
niſſen enthielt, habe ich Dir, Dir allein anvertraut. Wer
lächelte mir zu? wer liebkoſte mich? wer wiegte mich, als
ich noch ein Kind war? Du. Wer beſchützte mich, ſeit⸗
dem ich groß geworden bin? Du. Wer machte mich glau⸗
ben, die Geſchopfe Gottes ſeien nicht allein in dieſe Welt
geworfen worden, um zu leiden? Du, Philipp, abermals
Du. Denn ich habe Nichts und Niemand geliebt, ſeitdem
ich auf der Welt bin, Dich ausgenommen, und Niemand
hat mich geliebt, als Du. Oh! Philipp! Philipp!“ fuhr
Andrée ſchwermüthig fort,„Du wendeſt den Kopf ab, und
ich leſe in Deinen Gedanken. Du ſagſft, ich ſei jung, ich
ſei ſchön, und habe Unrecht, nicht auf die Zukunft und
die Liebe zu rechnen. Ach! Du ſiehſt wohl, Philipp, es
i*ſt nicht hinreichend, ſchön und jung zu ſein, da ſich Nie⸗ mand um mich bekümmert.
„Die Frau Dauphine iſt gut, wirſt Du ſagen, mein Freund. Ganz gewiß; ſie iſt vollkommen, in meinen Augen wenigſtens, und ich betrachte ſie als eine Gottheit; aber hauptſäͤchlich weil ich ſie in dieſe übermenſchliche Sphäre ſtelle, habe ich Achtung für ſie und keine Zunei⸗ gung. Die Zuneigung aber, Philipp, iſt das für mein Herz ſo nothwendige Gefühl, welches, ſtets in mein Herz zurückgedrängt, dieſes bricht.... Mein BVater... Eil mein Gott, mein Vater, ich lehre Dich nichts Neues, Philipp, mein Vater iſt für mich nicht nur kein Beſchützer oder Freund, ſondern er macht mir ſogar bange, wenn er mich anſchaut. Ja, ja, ich habe bange, Philipp, bange 8 vor ihm, beſonders ſeitdem ich Dich abreiſen ſehe. Bange, wovor? ich weiß es nicht. Ei, mein Gott! haben die Vögel, welche vor den brüllenden Herden entfliehen, nicht auch bange vor dem Sturm, wenn dieſer herannaht?
„Das iſt Inſtinet, wirſt Du ſagen; doch warum ſollteſt Du unſerer unſterblichen Seele den Inſtinct des Unglücks verweigern! Alles gelingt ſeit einiger Zeit unſerer


