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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 17.-20. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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die Wirkungen, ſondern an die Urſache. Ob ich ein Por⸗ tefeuille ausgeſchlagen oder nicht ausgeſchlagen habe, iſt ein Staatsgeheimniß, das Eure Majeſtät nicht unter Gläſern bekannt zu machen braucht, aber die Urſache, aus der ich das Portefeuille ausgeſchlagen hätte, wenn mir ein Portefeuille angeboten worden wäre: das iſt das We⸗ ſentliche. 4

Oh! oh! Herzog, und dieſe Urſache iſt kein Staats⸗ geheimniß, wie es ſcheint, rief der Koͤnig lachend.

Nein, Sire, und beſonders nicht für Eure Majeſtät, die für mich und meinen Freund, den Baron von Taver⸗ ney, in dieſem Augenblick, ich bitte die Gottheit um Ver⸗ zeihung, der liebenswürdigſte ſterbliche Amphytrion iſt, den man ſehen kann; ich habe alſo keine Geheimniſſe für meinen König. Ich gebe ihm meine ganze Seele hin, denn ich möchte nicht, daß man ſagen würde, der Köonig von Frankreich habe nicht einen Diener, der die ganze Wahrheit gegen ihn ausſpreche.

Laſſen Sie hören, erwiederte der König, während Taverney ziemlich unruhig, weil er befürchtete, Richelieu könnte zu viel ſagen, ſich die Lippen kniff und ſein Ge⸗ ſicht ängſtlich nach dem des Köͤnigs componirte,die Wahrheit, Herzog.

Sire, es ſind in Ihren Staaten zwei Mächte, de⸗ nen ein Miniſter gehorchen müßte: die erſte iſt Ihr Wille, die zweite iſt der der vertrauteſten Freunde, welche Eure Majeſtät zu wählen geruht; die erſte Macht iſt unwider⸗ ſtehlich, Niemand darf daran denken, ſich derſelben zu entziehen; die zweite iſt noch heiliger, weil ſie Pflichten des Herzens Jedem auferlegt, der Ihnen dient, Sire. Sie heißt Ihr Vertrauen; ein Miniſter muß, um ihm zu gehorchen, den Günſtling oder die Favoritin des Königs lieben. Herzog, ſagte der König lachend,das iſt ein ſehr ſchöne Marime, die ich gern aus Ihrem Mund kommen ſehe; aber ich fordere Sie anf, dies mit zwe Trompetern auf dem Pont⸗Neuf auszurufen.

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