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die zarteſten und gerundetſten Finger, die man ſehen konnte, 4 während ſie in den Sand des Gartens die Spitze des hohen Abſatzes ihrer Pantoffeln von zartblauem Atlaß eindrückte.
Sie erfuhr, als ſie in den Pavillon von Trianon kam, die Frau Dauphine mache einen Spaziergang mit ihrem Baumeiſter und ihrem Obergärtner. Man hörte 3 jedoch im oberen Stock das Rad der Drehbank ſchwirren, auf der der Herr Dauphin ein Sicherheitsſchloß für eine Lade machen ließ, die er beſonders liebte.
Um zu der Dauphine zu gelangen, ging Andrée durch den Blumengarten, wo, trotz der vorgerückten Jahreszeit, bei Nacht ſorgfältig bedeckte Blumen ihr bleiches Haupt emporſtreckten, um die flüchtigen Strahlen einer Sonne einzuſaugen, welche noch bleicher war als ſie. Und da ſchon der Abend anbrach, denn in dieſer Jahreszeit kommt die Nacht um ſechs Uhr, ſo waren Gärtner damit be⸗ ſchäftigt, daß ſie gläſerne Glocken auf vie empfindlichſten Pflanzen jeder Rabatte ſetzten. 5 8 An der Biegung einer Allee von grünen Bäumen, welche, zu Hecken geſchnitten und von bengaliſchen Roſen⸗ ſtöcken begränzt, nach einem ſchönen Raſenſtück ausmünde⸗ ten, erblickte ploͤtzlich Andrée einen von dieſen Gärtnern, der ſich, als er ſie ſah, auf ſeinen Spaten erhob und ſie mit einer gewandteren und verſtändigeren Artigkeit grüßte, als es die Artigkeit des Volkes iſt. 8
Sie ſchaute und erkannte in dieſem Arbeiter Gilbert, ddeeſſen Hände trotz der Arbeit noch weiß genug waren, um Herrn von Taverney zur Verzweiflung zu gereichen.
Andrée erröthete unwillkührlich; es kam ihr vor, als wäre die Gegenwart von Gilbert das Reſultat einer ſelt⸗ ſamen Gefälligkeit des Schickſals. 3
Gilbert verdoppelte ſeinen Gruß und Andrée erwie⸗ derte ihn, während ſie ihres Weges ging.
Doch ſie war ein zu redliches und zu muthiges Ge⸗ ſchöpf, um einer Bewegung ihres Gemüths zu widerſtehen und eine Frage ihres unruhigen Geiſtes ohne Antwort zu laſſen⸗


