Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 17.-20. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Alles gehört und wußte, wie die Dinge ſtanden: ſein ganzer Verdacht hatte ſich verwirklicht. Er ſagte nicht ein Wort zu ſeinem Herrn, denn er kannte ihn zu gut. 4

Er rief nicht einmal den Kammerdiener, ſondern klei⸗ dete ihn ſelbſt aus und führte ihn zu ſeinem Bett, in das ſich der alte Marſchall alsbald verſenkte, nachdem er eine Pille genommen hatte, die ihn ſein Secretaire verſchlucken ließ.

Rafté ſchloß die Vorhänge und ging hinaus. Das Vorzimmer war voll von eifrigen, horchenden Bedienten. Rafté nahm den erſten Kammerdiener beim Arm und ſagte zu ihm:

Pflege wohl den Herrn Marſchall, er leidet. Er hat dieſen Morgen einen heftigen Aerger gehabt; er mußte dem Koͤnig ungehorſam ſein.

Dem Koͤnig ungehorſam ſein? rief der Kammer⸗ niener erſchrocken.

Ja, Seine Majeſtät ſchickte Monſeigneur ein Porte⸗ feuille; der Marſchall wußte, daß dies durch die Vermitt⸗

lung der Dubarry geſchah, und er ſchlug es aus! Oh!

das iſt herrlich, und die Pariſer ſind ihm einen Triumph⸗ bogen ſchuldig; der Schlag war hart und unſer Herr iit krank; pflege ihn wohl!

Nach dieſen paar Worten, von denen er wußte, wie gewichtig ſie waren, wenn ſie in Umlauf kamen, kehrte Rafté in ſein Cabinet zurück. 3

Eine Viertelſtunde nachher kannte ganz Verſailles das edle Benehmen eund die hochherzige Vaterlandsliebe des

Marſchalls, der einen tiefen Schlaf auf der Volksthum⸗ 1 f

lichkeit ſchlief, die ihm ſein Secretaire erbaut hatte.