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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 17.-20. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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meine Tochter geſehen? Habe ich ſie Dir nicht irgendwo vorgeſtellt? Haſt Du nicht von ihr ſprechen hören?

Bah! ich weiß nicht, machte Richelieu mit gleich⸗ gültigem Tone;vielleicht. 1Gleichviel, fuhr Taverney fort,meine Tochter iſt alſo untergebracht. Ich, ſiehſt Du, brauche nichts, denn deer König hat mir eine Penſion gegeben, von der ich leben kann. Doch ich geſtehe, ich hätte gern irgend eine Rente gehabt, um Maiſon⸗Rouge wieder aufzubauen, wohin ich mich am Ende zurückziehen will; mit Deinem Anſehen, mit dem meiner Tochter... 3

Ei! machte ganz leiſe Richelieu, der verloren, wie er war, in die Betrachtung ſeiner eigenen Größe nicht bis dahin gehört hatte und durch die Worte:das An⸗ ſehen meiner Tochter, ploͤtzlich erweckt wurde;...ei! ei! Deine Tochter... das iſt eine junge Schönheit, welche die gute Gräfin in Schatten ſtellt; es iſt ein klei⸗ ner Scorpion, der ſich unter den Flügeln der Dauphine erwärmt, um irgend Jemand in Luciennes zu beißen. Ah! ah! wir wollen nicht ſchlimm Freund ſein, und was die Dankbarkeit betrifft, ſo wird die liebe Gräfin, die mich zum Miniſter gemacht hat, ſehen, ob ich ſie im Falle der Noth verletze.

Dann ſprach er mit hochmüthigem Tone zum Baron von Taverney:

Fahren Sie fort.

Meiner Treue, ich komme zum Ziele, ſagte dieſer, entſchloſſen, in ſeinem Innern über den geckenhaften Mar⸗ ſcchall zu lachen, wenn er nur von ihm das erhalten würde, was er haben wollte;ich denke alſo nur noch an meinen Sohn Philpip, der einen ſehr ſchönen Namen führt, dem es aber ſtets an Gelegenheit fehlen wird, dieſen Namen glän⸗ zen zu machen, wenn ihm Niemand hilft. Philipp iſt ein braver und bedachtſamer Junge, vielleicht ein wenig zu gedachtſam, doch das iſt eine Folge ſeiner beengten Lage: das Pferd, das man zu kurz hält, bückt den Kopf, wie Du weißt.