Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Den Sie alſo nicht kennen.

Doch in dem Allem ſehe ich keinen guten Miniſter.

Es mag ſein; ſagen Sie mir die Ihrigen.

Ich werde nur einen nennen.

Sie nennen mir nichts; Sie haben Angſt.

Der Marſchall.

Welcher Marſchall? fragte der König mit einer Grimaſſe.

Der Herzog von Richelieu.

Dieſer Greis? dieſes naſſe Huhn?

Gut! der Sieger von Mahon ein naſſes Huhn!

Ein alter Unzuͤchter?

Sire, Ihr Gefährte. 3

Ein unſittlicher Menſch, der alle Weiber in die Flucht jagt.

Ja, ſeitdem er ihnen nicht mehr nachläuft.

Sprechen Sie mir nie mehr von Richelieu, er iſt gair unausſtehlich; dieſer Sieger von Mahon hat mich in alle Spielhäuſer von Paris geführt;... man hat Lieder auf uns gemacht. Nein, nein! Richelieu, ich gerathe außer mir, wenn ich nur dieſen Namen höre.

Sie haſſen ſie alſo ſehr?

Wen?

Die Richelieu.

Ich verwünſche ſie.

Alle?

Alle. Da iſt der ſchöne Herzog und Pair, Herr von Fronſac; er hat zehnmal Galgen und Rad verdient.

Ich gebe ihn preis; doch es finden ſich noch andere NRichelieu auf der Welt.

Ah! ja, Aiguillon.

Nun?

Man beurtheile, ob bei dieſen Worten das Ohr des Neffen auf das Boudoir gerichtet war.

Dieſen müßte ich mehr haſſen als die Andern, denn er bringt mir Alles auf den Nacken, was es in Frank⸗

reich an Schreiern gibt, doch es iſt eine Schwäche, von v