LXXXIX. Der Antheil des Königs.
Als der Herzog von Aiguillon allein war, fühlte er ſich Anfangs ziemlich verlegen; er hatte vollkommen Alles begriffen, was ihm ſein Oheim ſagte, vollkommen begriffen, daß Madame Dubarry horchte, vollkommen begriffen end⸗ lich, daß es ſich für einen Mann von Geiſt darum han⸗ delte, bei dieſer Veranlaſſung ein Mann von Herz zu ſein und allein die Partie zu ſpielen, bei der der alte Herzog ſein Verbündeter zu ſein ſuchte.
Die Ankunft des Königs unterbrach ſehr glücklich die Erklärung, welche nothwendiger Weiſe aus dem ganz pu⸗ ritaniſchen Benehmen von Herrn von Aiguillon erfolgt wäre.
Der Marſchall war nicht der Mann, der lange Zeit Dupe blieb, und beſonders der in einem übertriebenen Schimmer die Tugend eines Andern auf Koſten der ſeinigen glänzen ließ.
Aiguillon war aber allein geblieben und hatte ſomit Zeit, nachzudenken.
Der König kam in der That. Schon hatten ſeine Pagen die Thüre des Vorzimmers geoͤffnet und Zamore ſtürzte dem Monarchen entgegen, um Bonbons zu for⸗
dern.... eine rührende Vertraulichkeit, welche Ludwig XV.
in ſeinen Augenblicken düſterer Laune mit empfindlichen Naſenſtübern, oder mit einem für den jungen Afrikaner ſehr unangenehmen Reiben des Ohrs bezahlte.
Seine Majeſtät begab ſich in das Cabinet der chine⸗ ſiſchen Spielſachen, und, was Herrn von Aiguillon über⸗ zeugte, daß Madame Dubarry nicht ein Wort von der Unterredung mit ſeinem Oheim verloren hatte, war der Umſtand, daß er, Aiguillon, vollkommen von den erſten


