. 192 der Aiguillon von Madame Dubarry zu Theil geworden war, die Sache bis zum Ende zu treiben und der Favo⸗ ritin, unter der Wohlthat ihrer vermeintlichen Abweſenheit, einen ganzen Plan kleinen geheimen Glückes und großer Macht mit Intriguen vermengt zu bezeichnen, ein doppelt leckerer Köder, dem eine huͤbſche Frau und beſonders eine Frau von Hofe beinahe nie widerſteht.
Er ließ den Herzog niederſitzen und ſagte zu ihm:
„Sie ſehen, Herzog, ich bin hier einheimiſch.“
„Ja, mein Herr, ich ſehe es.“
„Ich habe das Glück gehabt, mir die Gunſt dieſer reizenden Frau zu erwerben, die man hier als Köonigin betrachtet, und die es in der That auch iſt. Ich ſage Ihnen, Herzog,“ fuhr Richelieu fort,„was ich Ihnen nicht auf offener Straße mittheilen konnte, iſt, daß mir Madame Dubarry ein Portefeuille verſprochen hat.“
„Ah!“ ſagte Aiguillon, das iſt man Ihnen ſchuldig.“
„Ich weiß nicht, ob man es mir ſchuldig iſt, doch ich weiß, daß es mir etwas ſpät zukommt; müde, wie ich ſein werde, gedenke ich mich mit Ihnen zu beſchäftigen, Aiguillon.“
„Ich danke, Herr Herzog, Sie ſind ein guter Ver⸗ wandter, und ich habe mehr als einen Beweis davon.“
„Sie haben nichts in Abſicht, Aiguillon 2“
„Durchaus nicht, wenn nicht, daß man mich nicht meines Titels als Herzog und Pair entſetzen ſoll, wie es dieſe Herren vom Parlament verlangen.“
„Sie haben irgendwo Stützen?“
„Ich? nicht eine.“
„Sie wären alſo ohne den gegenwärtigen Umſtand gefallen?“
„Der Länge nach, Herr Herzog.“
„Ah! Sie ſprechen wie ein Philoſoph. Was Teufels, ich behandle Dich auch ſtreng, mein armer Aiguillon, und ich ſpreche mit Dir mehr als Miniſter, denn als Oheim.“ t ennen Oheim, Ihre Güte erfüllt mich mit Dank⸗ arkeit.“
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