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„Ich ziehe den Krieg vor, Madame; dabei kann ich am meiſten Dienſte leiſten.“ 1
„Das iſt richtig. In dieſem Sinne werde ich alſo mit dem König ſprechen. Sie haben keine Antipathie?“
„Gegen wen?“
„Gegen diejenigen von Ihren Collegen, welche der König vorſchlagen wird?“
„Ich bin der Mann der Welt, mit dem am wenig⸗ ſten ſchwierig zu leben iſt; doch Sie werden mir erlauben, daß ich meinen Neffen rufen laſſe, da Sie ihm die Gunſt, ihn zu empfangen, gewähren wollen.“
Richelteu näherte ſich dem Fenſter; der letzte Schein der Abenddämmerung beleuchtete noch den Hof. Er machte ein Zeichen einem ſeiner Bedienten, der dieſes Fenſter be⸗ wachte und auf ſein Signal ſogleich weglief.
Man fing indeſſen an bei der Gräfin die Lichter anzuzünden.
Zehn Minuten nach dem Abgang des Bedienten fuhr ein Wagen in den erſten Hof. Die Gräſin wandte raſch ihre Augen dem Fenſter zu.
Richelieu gewahrte dieſe Bewegung, die ihm als ein vortreffliches Vorzeichen für die Angelegenheiten von Herrn von Aiguillon und folglich für die ſeinigen erſchien.
„Sie mag den Oheim wohl leiden, ſie findet Ge⸗ ſchmack am Neffen,“ ſagte er zu ſich ſelbſt;„wir werden die Herren hier ſein.“
Während er ſich an dieſen chimäriſchen Dünſten wei⸗ dete, vernahm man ein ſchwaches Geräuſch an der Thüre und die Stimme des Kammerdieners meldete den Herzog von Aiguillon.
Er war ein ſehr ſchoöͤner und ſehr anmuthiger Herr, der in einer ebenſo reichen, als zierlichen und wohlverſtan⸗ denen Kleidung erſchien. Herr von Aiguillon hatte die Tage der friſchen Jugend hinter ſich, aber er gehörte zu jenen Männern, welche durch den Blick und den Willen bis zum hinfälligen Alter jung find..
Die Sorgen der Regierung hatten nicht eine Runzel


