lichen, wie die Höflinge und Dichter ſagten, ſondern eine wahre Gottheit, welche Frankreich regierte.
Am Abend des Tages, an welchem Herr von Choiſeul in Ungnade ſiel, bedeckte ſich auch die Straße mit denſel⸗ ben Egipagen, welche am Morgen dem verbannten Miniſter nachgefahren waren; mehr noch, man ſah alle Parteigän⸗ ger des Kanzlers, der Beſtechung und der Günſtlingſchaft, was einen anſehnlichen Zug bildete.
Doch Madame Dubarry hatte ihre Polizei; Jean wußte, ungefähr auf einen Baron, den Namen derjenigen, welche die letzten Blumen dem abgeſchiedenen Choiſeul zu⸗ geworfen hatten; er ſagte dieſe Namen der Gräſin und ſie wurden unbarmherzig ausgeſchloſſen, während der Muth der Andern gegen die öffentliche Meinung eine Belohnung durch ein Lächeln der Protection und den vollſtändigen Anblick der Gottheit des Tags erhielt.
Nach der großen Reihe der Wagen und des allge⸗ meinen Gedränges, fand der beſondere Empfang ſtatt. Richelieu, der Held des Tages, allerdings der geheime und beſonders beſcheidene Held, ſah den Wirbel der Beſuche und Bittſteller vorüberziehen und nahm den letzten Stuhl im Boudoir ein.
Gott weiß, wie man ſich freute und ſich Glück wünſchte! Das Drücken der Hände, das kleine halberſtickte Gelächter, das enthuſiaſtiſche Trippeln ſchienen die Sprache der Be⸗ wohner von Luciennes geworden zu ſein.
„Man muß geſtehen,“ ſagte die Gräfin,„der Graf von Balſamo oder von Fönix, wie Sie ihn nennen wollen, Herzog, iſt der erſte Mann dieſer Zeit. Es wäre ſehr Schade, wenn man die Zauberer noch verbrennen würde.“
„Ja, Gräfin, ja, es iſt ein ſehr großer Mann,“ er⸗ wiederte Richelieu.
„Und ein ſehr ſchöner Mann. Ich habe eine Laune
für dieſen Mann, Herzog.
„Sie werden uch eiferſüchtig machen,“ ſprach lachend Richelieu, den es überdies drängte, dem Geſpräch eine


