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Arzt zum Bett von Andrée führte. Der Arzt fühlte ihr den Puls, horchte auf ihren Athem und lächelte.
„Der Schlaf Ihrer Schweſter iſt ruhig und rein wie der eines Kindes,“ ſagte er.„Laſſen Sie das Fräulein ſchlafen, Chevalier, es wird nichts Anderes zu thun ſein.“
Hinreichend über ſeinen Sohn und ſeine Tochter be⸗ ruhigt, ſchlief der Baron ſchon längſt.
LXX. Herr von Juſſien.
Wenn wir uns noch einmal in das Haus der Rue Platrière begeben, wohin Sartines ſein Geld ſchickte, ſo werden wir dort am Morgen des 31. Mai Gilbert auf einer Matratze im Zimmer von Thereſe ausgeſtreckt finden, und um ihn Thereſe und Rouſſeau mit mehreren von ihren Nachbarn, welche dieſes traurige Muſter des großen Ereig⸗ niſſes, über dem noch ganz Paris bebte, betrachten.
Bleich, blutig, hatte Gilbert die Augen geöffnet, und ſobald er wieder zum Bewußtſein kam, indem er ſich er⸗ hob, um ſich her zu ſehen geſucht, als ob er noch auf der Place Louis XV. wäre.
Zuerſt prägte ſich eine tiefe Unruhe, dann eine große Freude in ſeinen Zügen aus; hierauf kam eine andere Wolke der Traurigkeit und verwiſchte abermals die Freude.
„Leiden Sie, mein Freund?“ fragte Rouſſeau, indem er voll Beſorgniß ſeine Hand nahm.
„Oh! wer hat mich denn gerettet?“ fragte Gilbert; „wer hat denn an mich gedacht, an mich, den in der Welt
Vereinzelten?“
„Was Sie gerettet hat, mein Kind, war, daß Sie
noch nicht todt geweſen ſind; derjenige, welcher Sie ge⸗ rettet hat, iſt der, welcher an Alle denkt.“


