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„Sollte Ihnen ein Unfall begegnet ſein? junge Arzt.
„Nein, aber dieſem Kinde, ſehen Sie!“
„Ah! auch Sie,“ rief der Wundarzt,„auch Sie ver⸗
fragte der
treten die Sache der Menſchheit.“
Erſchüttert durch dieſen unerwarteten Triumph, ver⸗ mochte der Greis nur einige unverſtändliche Worte zu ſtammeln.
Von tiefem Erſtaunen ergriffen, da er ſich dem Philo⸗ ſophen gegenüber ſah, den er ſo ſehr bewunderte, hielt ſich Philipp beiſeit.
Man half Nouſſeau Gilbert, der immer noch ohn⸗ mächtig war, auf einen Tiſch legen.
In dieſem Moment warf Nouſſeau einen Blick auf denjenigen, deſſen Hülfe er in Anſpruch nahm. Es war ein junger Mann, ungefähr von dem Alter von Gilbert, bei dem jedoch kein Zug an die Jugend erinnerte. Seine gelbe Geſichtshaut war verwelkt wie die eines Greiſes, ſein mattes Augenlid bedeckte ein Schlangenauge und ſein Mund war verdreht, wie es der Mund eines Epileptiſchen bei ſeinen Anfällen iſt.
Die Aermel bis an den Ellenbogen zurückgeſchlagen, die Arme mit Blut bedeckt, ringsumher Stücke von Men⸗ ſchen, ſchien er mehr ein Henker bei der Arbeit und ein Enthuſiaſt ſeines Gewerbes zu ſein, als ein Arzt, der ſei⸗ nen traurigen und heiligen Beruf erfüllt.
Der Name von Rouſſeau hatte indeſſen einen ſolchen Einfluß auf ihn gehabt, daß er einen Augenblick auf ſeine gewöhnliche Brutalität zu verzichten ſchien; er öffnete ſachte den Aermel von Gilbert, drückte den Arm mit einer linne⸗ nen Binde zuſammen und ſchlug die Ader.
Das Blut floß Anfangs Tropfen um Tropfen, doch nach einigen Sekunden ſing dieſes edle reine Blut der Ju⸗ gend an zu ſpringen.
„Gut, gut, man wird ihn retten,“ ſagte der Opera⸗
Denkwürdigkeiten eines Arztes. IV. 2


