Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Nach den neuen Gebäuden, nach der Rue de la Madeleine.

Dann muß es auf dieſer Seite ſein.

Allerdings, ich ſuchte auch auf dieſer Seite, aber es war daſelbſt ein furchtbares Gewühle. Dann zog ſich zwar die Woge dahin, es iſt wahr, aber eine Frau, die den Kopf verloren hat, weiß nicht, wohin ſie geht und ſucht in allen Richtungen zu entfliehen. 3

Mein Herr, es iſt ſehr unwahrſcheinlich, daß ſie gegen den Strom gekämpft hat; ich will auf der Seite der Straßen ſuchen, kommen Sie mit mir, und beide ver⸗ einigt werden wir vielleicht finden...

Und was ſuchen Sie? Ihren Sohn? fragte Phi⸗ lipp ſchüchtern..

Nein, mein Herr, ſondern ein Kind, das ich beinahe adoptirt habe.

Sie haben es allein gehen laſſen?

Oh! es war ſchon ein junger Menſch, achtzehn bis neunzehn Jahre alt. Herr ſeiner Handlungen, wollte er gehen, und ich konnte ihn nicht abhalten. Auch war man ſo weit entfernt, dieſe gräßliche Kataſtrophe zu ahnen!... Doch Ihre Kerze erliſcht.

Ja, mein Herr.

Kommen Sie mit mir, ich werde Ihnen leuchten.

Ich danke, Sie ſind ſehr gütig, doch ich würde Sie beläſtigen.

Ohl fürchten Sie das nicht, da ich für mich ſelbſt ſuchen muß. Der arme Junge kam gewoͤhnlich pünkt⸗ lich nach Hauſe, ſagte der Greis, durch die Straße fort⸗ ſchreitend;doch dieſen Abend hatte ich etwas wie eine Ahnung. Ich wartete auf ihn; es war ſchon eilf Uhr; meine Frau erfuhr von einer Nachbarin, welches Unglück bei dieſem Feſte vorgefallen war. Ich wartete noch zwei Stunden, immer in der Hoffnung, ihn zurückkommen zu ſehen; als er aber nicht kam, dachte ich, es wäre feige von mir, ohne Kunde von ihm einzuſchlafen..