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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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287 LXVI. Die Feſte der Place Louis XW.

An dem darauf folgenden 30ſten Mai, nämlich zwei Tage nach der furchtbaren Nacht, nach einer Nacht voll von Vorzeichen und Verkündigungen, wie Marie Antoinette geſagt hatte, feierte Paris ebenfalls das Hochzeitfeſt ſei⸗ nes zukünftigen Königs; die ganze Bevölkerung wandte ſich nach der Place Lonis XV., wo das Feuerwerk abge⸗ brannt werden ſollte, dieſe Vervollſtändigung jedes großen offentlichen Feſtes, die der Pariſer ſchäkernd hinnimmt, während er derſelben nicht entbehren kann.

Der Platz war gut gewählt, ſechsmal hundert tauſend Zuſchauer konnten hier nach Belieben kreiſen. Um die Reiterſtatue von Ludwig XV. hatte man kreisförmig Ge⸗ rüſte errichtet, ſo daß der Anblick des Feuers allen Zu⸗ ſchauern des Platzes geſtattet war, indem man dieſes Feuer zehn bis zwölf Fuß uͤber der Erde erhob.

Die Pariſer kamen ihrer Gewohnheit gemäß gruppen⸗ weiſe und ſuchten lange die beſten Stellungen, ein unan⸗ greifbares Vorrecht der Zuerſtgekommenen. Die Kinder fanden Bäume, die ernſten Männer Weichſteine, die Frauen die Geländer der Gräben und die in freier Luft von zigeunerartigen Speculanten errichteten beweglichen Gerüſte, wie man ſie bei allen Pariſer Feſten findet, da eine reiche Einbildungskraft jeden Tag die Speculation zu verändern geſtattet.

Gegen ſieben Uhr ſah man mit den erſten Neugieri⸗ gen einige Abtheilungen von Bogenſchützen anlangen.

Der Beaufſichtigungsdienſt geſchah nicht durch die franzöͤſiſchen Garden, denen das Bureau der Stadt das von dem Marſchall Oberſten Herzog von Biron verlangte Geſchenk von tauſend Thalern nicht bewilligen wollte.

Dieſes Regiment war zugleich gefürchtet und beliebt bei der Bevölkerung, bei der jedes Glied dieſes Corps für einen Cäſar und fuͤr einen Mandrin galt. Furchtbar auf