brennenden Drucke, die man den Blitz nennt, verſengte Stämme.
Ludwig XV., der nicht geſchlafen hatte, ſo groß war ſein Schrecken geweſen, ließ ſich beim Frühroth von Lebel, welcher ihn nicht verlaſſen, ankleiden und kehrte durch dieſelbe Gallerie zurück, wo beſchämt bei dem blaſſen Schimmer des jungen Tages die uns bekannten Gemälde Grimaſſen ſchnitten, Gemälde, welche gemacht worden waren, um von Blumen, Kriſtallen und entflammten Candelabern umrahmt zu werden.
Zum dritten Male ſeit dem vorhergehenden Tage, oͤffnete Ludwig XV. die Thüre des Hochzeitgemaches und ſchauerte, als er auf dem Betpulte zurückgeworfen, bleich, mit Augen ſo geröthet wie die der erhabenen Madonna von Rubens die zukünftige Königin von Frankreich er⸗ blickte deren Schmerzen der Schlaf endlich unterbrochen hatte, und deren weißem Gewand die Morgendämmerung mit religiöſer Ehrfurcht eine Azurtinte verlieh.
Im Hintergrunde des Zimmers auf einem Stuhle, der an der Wand lehnte, ruhte, die Füße mit den ſeidenen Schuhen in eine Waſſerlache ausgeſtreckt, der Dauphin von Frankreich, eben ſo bleich als ſeine Gemahlin und wie dieſe den Schweiß des Alps auf der Stirne. 3
Das Hochzeitbett war wie es der König am Abend zuvor geſehen hatte.
Ludwig XV. runzelte die Stirne, ein Schmerz, den er nie zuvor empfunden, durchzuckte dieſe von der Selbſt⸗ ſucht vereiſte Stirne.
Er ſchüttelte den Kopf, ſtieß einen Seufzer aus und kehrte in ſeine Gemächer zurück, düſterer und erſchrockener vielleicht zu dieſer Stunde, als er es in der Nacht ge⸗ weſen war.


