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Pfoſten glitt ein Meſſer, ein Hackmeſſer, ein Beil. Ich ſah dies und ſah ſeltſamer Weiſe auch meinen Kopf unter dieſem Meſſer. Das Meſſer ſiel zwiſchen den zwei Pfoſten herab und trennte von meinem Leibe den Kopf, der auf die Erde rollte. Dies habe ich geſehen, mein Herr, dies habe ich geſehen.“
„Ein reines Traumgebilde, Madame,“ ſprach der Dauphin,„ich kenne beinahe alle Werkzeuge, mit denen man den Tod gibt, doch dieſes iſt nicht vorhanden, be⸗ ruhigen Sie ſich alſo.“
„Ach!“ erwiederte Marie Antoinette,„ich kann den ab⸗ ſcheulichen Gedanken nicht vertreiben, und ich thue doch Alles, was ich vermag.“
„Es wird Ihnen gelingen, Madame,“ verſetzte der Dauphin, indem er ſich ſeiner Gemahlin näherte;„von dieſem Augenblick an ſteht an Ihrer Seite ein liebevoller Freund, ein beſtändiger Beſchützer.“
„Ach! ach!“ wiederholte Marie Antoinette, ſchloß die Augen und ſank auf ihren Stuhl zurück.
Der Dauphin näherte ſich abermals der Prinzeſſin und ſie konnte der Hauch ihres Gemahls ihre Wange be⸗ ſtreifen fühlen.
In dieſem Augenblick öffnete ſich ſachte die Thüre, durch welche der Dauphin eingetreten war, und ein neu⸗ gieriger Blick, der Blick von König Ludwig XV. durch⸗ drang den Halbſchatten des weiten Gemaches, das nur zwei Kerzen, in Wellen über dem Vermeilleuchter hin⸗ fließend, erhellten.
Der alte König öffnete den Mund, ohne Zweifel, um ſeinem Enkel eine Ermuthigung zuzuflüſtern, als ein unbeſchreibliches Krachen im Palaſte erſcholl, diesmal be⸗ gleitet von dem Blitze, der ſonſt immer dem Donner vor⸗ hergegangen war; zu gleicher Zeit ſtürzte ſich eine Säule von weißer, grün geſprenkelter Flamme vor das Fenſter, machte alle Scheiben zerſpringen, und zerſchmetterte eine unter dem Balcon liegende Statue; dann ſtieg ſie nach


