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ſchaute, mir immer lebendiger vorkamen. Oh! vom Schrecken in Eis verwandelt, konnte ich nicht ſchlafen... Und ſagen Sie, ſprechen Sie, war das nicht ein trauriges Vorzeichen?“
„Für eine Frau des Alterthums vielleicht, Madame, doch nicht für eine Prinzeſſin unſeres Jahrhunderts.“
„Mein Herr, dieſes Jahrhundert iſt ſchwer an Un⸗ glück, meine Mutter hat es mir geſagt, wie der Himmel, der ſich über unſern Häuptern entflammt, ſchwer iſt an Schwefel, Feuer und Verheerung. Oh! darum habe ich ſo bange, darum erſcheint mir jedes Vorzeichen als eine Verkündigung.“
„Madame, keine Gefahr kann den Thron bedrohen, den wir beſteigen; wir Könige leben in einer Region ober⸗ halb der Stürme. Der Blitz iſt zu unſeren Füßen, und wenn er auf die Erde fällt, ſo ſind wir es, die ihn ſchleudern.“
„Ach! ach! das iſt es nicht, was man mir geweiſſagt hat, mein Herr.“
„Und was hat man Ihnen geweiſſagt?“
„Etwas Furchtbares, Gräßliches.“
„Man hat Ihnen prophezeit?“
„Oder vielmehr mich ſehen laſſen.“
„Sehen!“
„Ja, ich habe geſehen, geſehen, ſage ich Ihnen, und dieſes Bild iſt in meinem Geiſte geblieben, ſo tief geblie⸗ ben, daß es keinen Tag gibt, an welchem ich nicht ſchaure, wenn ich daran denke, keine Nacht, wo ich es nicht im Traume wiederſehe.“
„Können Sie mir nicht ſagen, was Sie geſehen? Hat man Stillſchweigen von Ihnen gefordert?'.
„Nichts hat man von mir gefordert?“
„So ſprechen Sie, Madame.“
„Hören Sie, es läßt ſich unmöglich beſchreiben: es war eine Maſchine über der Erde errichtet wie ein Schaffot, doch an dieſem Schaffot waren zwei Pfoſten wie die einer Leiter angebracht, und zwiſchen dieſen zwei


