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was für ein Sturm! was für ein Sturm, mein Herr! Alle Beleuchtunge iſt ausgelöſcht.“
„Ja,“ ſagte Ludwig,„der Wind weht von Süd⸗Süd⸗ Weſt und das iſt derjenige, welcher die heftigſten Orkane verkündigt. Wenn er ſo fortfährt, weiß ich nicht, wie man es machen wird, um das Feuerwerk abzubrennen.“
„Oh! mein Herr, für wen ſollte man es abbrennen? Niemand wird bei einem ſolchen Wetter in den Gärten bleiben.“ 3
„Ah! Madame, Sie kennen die Franzoſen nicht, ſie müſſen ihr Feuerwerk haben; dieſes wird herrlich ſein; der Plan iſt mir vom Ingenieur mitgetheilt worden. Ei! ſehen Sie, ich täuſchte mich nicht: ſehen Sie die erſten Raketen.“
In der That, glänzend wie lange Feuerſchlangen ſchoſſen die Verkündigungsraketen zum Himmel auf; doch zu gleicher Zeit, als hätte der Sturm dieſe brennenden Strahlen für einen Trotz gehalten, zuckte ein einziger Blitz, der jedoch den Himmel zu ſpalten ſchien, zwiſchen den Kunſtſtücken durch und vermiſchte ſein bläuliches Feuer mit dem rothen Feuer der Raketen.
„Wahrlich,“ ſprach die Erzherzogin,„es iſt eine
Ruchloſigkeit von den Menſchen, ſo mit Gott zu kämpfen.“
Die Verkündigungsraketen waren dem allgemeinen Entzünden des Kunſtfeuerwerks nur einige Sekunden vor⸗ hergegangen; der Ingenieur fühlte, daß er ſich beeilen mußte, und legte das Feuer an die erſten Stücke, welche ein ungeheures Freudengeſchrei begrüßte. 3
Doch der Sturm, als fände wirklich ein Kampf zwi⸗ ſchen der Erde und dem Himmel ſtatt, als beginge der Menſch, wie es die Erzherzogin geſagt hatte, eine Ruch⸗ lofigkeit gegen Gott, der erzürnte Sturm bedeckte mit ſeinem furchtbaren Brauſen das Volksgeſchrei, alle Kata⸗ rakte des Himmels öͤffneten ſich zu gleicher Zeit und un⸗ geheure Regenſtrome ſtürzten von der Höhe der Wolken herab.


